Die Brüder Grimm würden es vermutlich bestreiten, aber die mongolische Steppe spielt in einer ganz anderen Liga als der deutsche Wald. Ein gewaltiger Naturraum von rauer Schönheit, weiten Horizonten, extremen Temperaturen und fast menschenleer. Dazu auch heute noch spiritueller Wohnsitz von allerlei unsichtbaren Wesen. Wenn Javkhlan Ariunbold sich der Graslandschaften ihrer Heimat erzählend erinnert, scheint ihr jedenfalls jeder Fluss, jeder Stein, jeder Hügel beseelt, auch der Wind und die Wolken. „Die Augen der Naturgeister beobachten mich von allen Seiten“, sagt die mongolische Künstlerin.
Künstlerin zwischen den Kulturen„Wenn du nicht folgst, kommt der Manggus und holt dich“
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Javkhlan Ariunbold wuchs in der Mongolei auf, wo ihr jeder Fluss und jeder Stein beseelt scheint. Ein Monster aus der Vorstellungswelt ihrer Kindheit hat sie zum Studium nach Deutschland gebracht. Im Kallmann-Museum in Ismaning bei München kann man ihm nun begegnen.
Von Udo Watter, Ismaning
