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Islamisches Zentrum:"Dann versuchen wir es in Katar"

So könne man beispielsweise zunächst auf das geplante Museum und eine Akademie zur Ausbildung von Imamen verzichten und sich auf die Moschee und das Gemeindezentrum beschränken. "Als wir 2007 begonnen haben, Ziem zu planen, gab es noch keine theologische Imamausbildung in deutscher Sprache. Mittlerweile ist das aber anders, deswegen können wir anders planen", sagte Idriz.

Langfristig wolle er aber im Ziem eine tabufreie Plattform für einen wissenschaftlichen Austausch zu Fragen des Islam einrichten. Schon jetzt versuche man, die Stadt München auch intellektuell zu bereichern. So wolle das Ziem nächstes Jahr ein Buch über die islamisch-orientalische Geschichte Münchens herausgeben.

Druck von Seiten der verschiedenen Fraktionen und der Stadt München verspüre er nicht. Tatsächlich stehen SPD, CSU, Grüne und FDP geschlossen hinter Ziem. Auch der im bayerischen Verfassungsschutzbericht geäußerte Verdacht, dass Idriz Kontakte zu islamischen Extremisten habe, scheint ausgeräumt. Allein das Geld fehlt. Daran war schon der Moscheeverein Ditim gescheitert, der am Gotzinger Platz eine Moschee bauen wollte. Bürgermeister Hep Monatzeder (Grüne) will Idriz darum besonders unterstützen und selbst in die Vereinigten Arabischen Emirate reisen.

Es deutet sich an, dass es dort mehrere Förderer gibt", erklärte er - denen wolle er klarmachen, dass die Stadt hinter dem Projekt steht. Monatzeder will bei seinem Besuch allerdings auch darauf hinweisen, dass eine Einflussnahme der Geldgeber auf die Ausrichtung der religiösen Einrichtung im Rathaus unerwünscht ist. Unterstützung leisten will die Stadt auch bei der Grundstückssuche. Falls das islamische Zentrum auf einem städtischen Areal errichtet wird, geht die Stadt mit dem Preis auf das Niveau herunter, das sie auch von Kirchen oder Museen verlangen würde.

Idriz hat sich selbst eine Frist gesetzt. "Wenn wir in nächster Zeit keine Sponsoren in den Arabischen Emiraten finden, dann versuchen wir es in Katar", sagte er.

Idriz bedauerte, dass er auf keine staatlichen Zuschüsse aus Deutschland zurückgreifen kann und die zirka 100.000 Muslime, die in München lebten, das Projekt nicht selbst finanzieren können. Deswegen sei er gezwungen, im Ausland Geldgeber zu finden. Er betont jedoch: "Wir werden nur eine Geldquelle akzeptieren, die auch für die Politiker hier akzeptabel ist."