Asma A. ist verunsichert. Um zum vereinbarten Treffpunkt zu gelangen, muss die 36-Jährige durch den menschenleeren Gebetsraum mit dem weichen blauen Teppichboden. „Ich wusste gar nicht, ob ich die Schuhe ausziehen und ein Kopftuch anziehen muss und war völlig überfordert“, sagt die im Nordirak geborene Kurdin mit dem langen schwarzen Haar und dem ärmellosen Tanktop über der weiten Hose. Zum ersten Mal in ihrem Leben habe sie soeben einen Gebetsraum betreten. „Ich war noch nie in einer Moschee – außer vielleicht mal zur Besichtigung im Urlaub.“
Rassismus gegen Muslime„Wir sind so vielfältig, aber die Gesellschaft will von ihrem Vorurteil nicht lassen“
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Bettina Mehić (links) und Asma A. werden beide als muslimische Frauen wahrgenommen. Trotz vielfacher Unterschiede werde ihnen Individualität und eine selbstbewusste Lebensführung gesellschaftlich oft abgesprochen, klagen sie.
Florian PeljakSie werden beleidigt und bespuckt: Deutschlandweit steigt die Zahl antimuslimischer Übergriffe, vorwiegend auf Frauen. Eine Lehrerin und eine Geschäftsfrau, die für Musliminnen gehalten werden, berichten über tief reichenden Rassismus – der nicht immer augenscheinlich ist.
Von Andrea Schlaier
