Isarvorstadt/Ludwigsvorstadt:Raumnot in der Isarvorstadt

Viele Grundschulen sind doppelt belegt, für die Mittagsbetreuungen bleibt da kaum noch Platz

Für die Kinder der neuen ersten Klasse der Grundschule an der Klenzestraße 27 gibt es fast keine Plätze in der Mittagsbetreuung. Die Eltern suchen bereits seit einigen Monaten erfolglos nach Zusatzräumen. Der Bezirksausschuss hat das Referat für Bildung und Sport deshalb aufgefordert, sich sofort um die Raumnot zu kümmern - und zwar nicht nur an dieser Schule. Die sowieso mit viel ehrenamtlichen Engagement organisierten Mittagsbetreuungen müssten sich mit der Raumsuche außerhalb der Schule beschäftigen - und das ist so gut wie aussichtslos angesichts der großen Nachfrage nach Wohn- und Gewerberäumen im Viertel. "Wir bitten hier dringend um Abhilfe", heißt es in einem interfraktionellen Antrag an die Stadt, das Referat für Bildung und Sport und an das Kommunalreferat.

Explizit wird aktuell Abhilfe an den Grundschulen an der Klenzestraße 27 und 48 und an der Schwanthalerschule gefordert. Denn auch dort gibt es Platzprobleme, und die Betroffenen suchen bereits lange. Die Mittagsbetreuung in der Schule an der Klenzestraße 48, die in erster Linie von der Nachbarschaftshilfe Westermühlbach organisiert wird, muss jetzt einem der ältesten Elterninitiativ-Kindergärten in den Räumen der Nachbarschaftshilfe kündigen, um die Mittagsbetreuung durchführen zu können. Und die Schwanthalerschule, an der die Nachfrage nach Mittagsbetreuung sehr hoch ist, kann den Bedarf weiterhin auch nur dann decken, wenn die Mittagsbetreuung von derzeit 40 auf 56 Kinder ausgeweitet wird. Auch dort gibt es keine Räume mehr. Die Horte haben ebenfalls kaum noch oder gar keine freien Plätze mehr. Die bestehenden Gruppen sind bereits provisorisch im Pfarrheim von St. Paul untergebracht. Auch bei XXXLutz sollen aus den Betreuungsgruppen heraus bereits Anfragen angekommen sein.

Im Viertel sei der Bedarf an Ganztagsbetreuung sehr hoch und der Platzmangel der Grundschulen besonders eklatant, so der Bezirksausschuss in dem interfraktionellen Antrag. Eine Ursache dafür sehen die Mitglieder darin, dass in fast allen Schulgebäuden zusätzlich zur Grundschule weitere Schulen untergebracht sind: In der Klenzestraße 27 ist auch die Mathilde-Eller-Schule, in der Tumblingerschule ist die Berufsfachschule für Kinderpflege, in der Schwanthalerschule die Marieluise-Fleißer-Realschule. Das ist noch ein Ergebnis aus Zeiten, als die Zahl der Grundschüler niedriger lag. Inzwischen, durch Verdichtung und Zuzug, sind die Kinderzahlen allerdings massiv gestiegen, auch die Ganztagsbetreuung wird immer mehr nachgefragt.

Die Glockenbachwerkstatt, die die Mittagsbetreuung an der Grundschule am Gärtnerplatz organisiert, hat das Referat für Bildung und Sport kürzlich darauf hingewiesen, dass die Mittagsbetreuung ohne Änderung der Raumsituation nach dem kommenden Schuljahr nicht mehr für 90 Kinder aufrechterhalten werden könne. "Wir wissen, dass die Schulverordnung keine eigenen Räume für die Mittagsbetreuung vorsieht. Auch wenn es Aufgabe der Schulleitungen ist, die Räume bereit zu stellen, brauchen wir vom Schulamt und dem Referat für Bildung und Sport dringend Unterstützung", schrieb die stellvertretende Geschäftsführerin Katharina Grundmann. Eltern des Gärtnerplatzviertels zeigten sich kürzlich in einem Brief an die Stadt entsetzt, wie wenig Ahnung die Verwaltung von der prekären Raum- und Betreuungssituation an den Schulen hat. Am Tag der Schuleinschreibung wurden die Eltern vor die Tatsache gestellt, dass es für 40 Erstklässler lediglich drei Hortplätze gab - und keinen einzigen Platz in der Mittagsbetreuung.

© SZ vom 26.08.2015 / lo
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