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Isarradweg:Ab in den Süden

München und das Umland sind ein Paradies für Radler. Der Isarradweg ist beliebt und viel befahren - dank Nervenkitzel und Postkarten-Panorama lohnt sich die Strecke trotzdem.

Wer die Waldsenke hinter Baierbrunn auf dem Radweg Richtung Süden hinabgesaust ist und nun auf der ansteigenden Strecke wieder kräftig in die Pedale tritt, der muss stark sein. Der Anblick, der jetzt bei klarem Wetter droht, steht nämlich unter geballtem Kitschverdacht: Auf der Spitze der Anhöhe zwischen Baierbrunn und Hohenschäftlarn bietet sich dem Radler ein Postkarten-Panorama, das man in seiner visuellen Pracht erst mal aushalten muss. Hinter dem Klosterdorf reiht sich die nördliche Alpenkette auf und dazwischen posieren die fast klischeehaft hübschen Hügel des Oberlands.

"Schee is scho" - das Radeln an der Isar. So allein ist man auf dieser Tour allerdings eher selten.

(Foto: Bauersachs)

"Schee is scho", denkt sich da der Betrachter, aber viel Zeit zum entspannten Genießen bleibt gewöhnlich nicht. Denn am Ortsausgang von Hohenschäftlarn geht es nach rechts steil hinab ins Tal der Isar, zum Kloster. Die serpentinenreiche Abfahrt ist Teil der Olympiastrecke von 1972 und wer den Nervenkitzel liebt, kann sich hier in einen kleinen Kurven- und Temporausch stürzen. Es sind diese, Auge wie Abenteuerlust befriedigenden Strecken-Charakteristika, welche den viel befahrenen Radweg vom Münchner Süden entlang der Isar so lohnenswert machen.

Starten kann man diese Tour bei der Thalkirchner Brücke auf der linken Seite des Flusses, zunächst am Kanal entlang der neuen Isargärten-Wohnanlagen. Man könnte dann auf verschiedenen Wegen weiter am Fluss entlang fahren, aber wer nach oben will, der hat die Möglichkeit, sich den sehr steilen Aufstieg bei der Großhesseloher Brücke zu ersparen und schon kurz hinter dem Asam-Schlössl die sanftere Variante hinauf auf die Prinz-Ludwigs-Höhe zu wählen. An den Gründerzeit-Villen vorbei, geht es kurz auf der Großhesseloher Straße hin bis zur Abzweigung links zur Großhesseloher Brücke, die man nicht überquert.

Man fährt stattdessen weiter am westlichen Isarhochufer auf dem Radweg Richtung Wolfratshausen. Bevor der Pedaleur den Pullacher Ortskern erreicht, passiert er noch die Waldwirtschaft mit ihrem großen Biergarten. Auf der folgenden Strecke bis Pullach und weiter über Buchenhain nach Baierbrunn eröffnen sich immer wieder wunderbare Blicke zum Fluss hinab. Wenn man dann den eingangs beschriebenen Streckenabschnitt zum Kloster hinter sich hat (wo die Klostergaststätte zur Einkehr lockt) und die Brücke über die von weißen Kieselstränden flankierte Isar überquert hat, heißt es, sich wieder nach Norden zu wenden.

Am Kanal entlang geht es zum Gasthaus zur Mühle an der Floßrutsch'n. Auch hier gilt, was für die gesamte Strecke gilt: Kein Geheimtipp, aber einfach schön - und mit seinem idyllischen Flair ist der Biergarten ein lohnender Ort zur Einkehr. Danach wird es wieder anstrengend: Der steile Weg hinauf nach Straßlach steht an. Oben radelt man dann durch den Wald Richtung Grünwald und dort zweigt man am Marktplatz links ab, fährt aber nicht ganz hinunter, sondern wendet sich kurz darauf nach rechts, um an der Burg Grünwald vorbei auf den Hochuferweg zuzusteuern.

Hier oben fährt man weiter entlang des östlichen Ufers (Hochleite). Eine bekannte Einkehr dort ist noch einmal die Menterschwaige, bevor es den Harlachinger Berg hinab geht, rechts in die Tierparkstraße und über die Thalkirchner Brücke zum Ausgangspunkt zurück. So richtig allein wird man auf dieser Tour gerade an schönen Wochenenden selten sein, aber: "Schee is scho".