Isarmord Polizei löst "Soko Cornelius" auf

Mörder gesucht: Ein Beamter der "Soko Cornelius" hängt ein Fahndungsplakat am Tatort auf.

Seit sechs Monaten sucht die Polizei nach dem Isarmörder - ohne Erfolg. Nun löst sie die "Soko Cornelius" auf. Die Beamten haben allerdings auch so noch genug zu tun.

Die Ermittler haben mehr als 600 Hinweise abgearbeitet und 500 Spuren verfolgt, sie haben den Fall in der Fernsehsendung "Aktenzeichen XY ...ungelöst" thematisiert und Speichelproben bei 3200 Männern nehmen lassen - ohne Erfolg. Der sogenannte Isarmord ist noch immer nicht aufgeklärt. Nun hat die Polizei die "Soko Cornelius" zum 30. November aufgelöst.

Fortan arbeiten nicht mehr 30 Beamte am Isarmord, sondern nur noch acht. Die Sonderkommission ist damit zu einer Ermittlungsgruppe geschrumpft. "Das ist ein ganz natürlicher Arbeitsablauf, wenn das Hinweisaufkommen nachlässt", sagte der zuständige Dezernatsleiter Frank Hellwig am Dienstag. "Die acht Beamten haben in den nächsten Monaten mit der Abarbeitung der vorhandenen Spuren aber noch genug zu tun."

Für Sonderkommissionen werden Spezialisten aus unterschiedlichen Dienststellen zusammengezogen. Das ist allerdings nur für eine begrenzte Zeit möglich.

Am Abend des 28. Mai war ein Radler an der Erhardtstraße in München von einem Unbekannten erstochen worden. Er hatte den Täter zuvor zur Rede gestellt, weil dieser die Verlobte des 31-Jährigen angespuckt hatte.

Seitdem sucht die Polizei nach dem Mörder, sie hat sogar eine Belohnung von 10.000 Euro versprochen. Es habe "immer wieder mal heiße Spuren" gegeben, sagte Hellwig. "Doch mittels DNS-Abgleichs konnten wir alle bisherigen Tatverdächtigen ausschließen."

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