Mordfall Polizei twittert live zum "Tatort" über den Isarmord

Familie Schröder beim Spaziergang, später wird der Vater "aus dem Nichts heraus" niedergestochen: Der "Tatort" am Sonntag erinnert an den Isarmord.

(Foto: BR)
  • Der kommende "Tatort" an diesem Sonntag thematisiert den immer noch ungeklärten Isarmord vor dreieinhalb Jahren an der Erhardtstraße.
  • Zuschauer können unter dem Hashtag #Tatort den Ermittlern auch Fragen stellen.
Von Susi Wimmer

Die Szene spiegelt den ganzen Frust und die Verzweiflung ob des unaufgeklärten Mordes: Fernseh-"Tatort"-Kommissar Ivo Batic steht im Waschraum und drischt blind vor Wut mit der Faust auf den Handtuchspender ein. "Dieser Scheißkerl läuft immer noch da draußen rum."

Ob der Erste Kriminalhauptkommissar Herbert Linder von der Münchner Mordkommission sich auch im Waschraum verausgabt, das könnte eine Frage sein, die "Tatort"-Fans am kommenden Sonntag an den stellvertretenden Leiter der Mordkommission richten könnten. Denn Linder sowie andere Kollegen verfolgen um 20.15 Uhr den "Tatort" aus München und stehen gleichzeitig im Live-Chat auf Twitter (twitter.com/polizeimuenchen) unter dem Hashtag #Tatort den Fans für Fragen zur Verfügung. Das Spannende daran ist, dass die "Tatort"-Folge "Die Wahrheit" in verfremdeter Form den immer noch ungeklärten sogenannten Isarmord in München thematisiert.

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Ivo und Franz geht die Verbrecherjagd im TV ordentlich an die Substanz. Das Opfer wird zufällig ausgewählt und scheinbar grundlos mit einem Messer niedergestochen: "Eine Tat aus dem Nichts." So wie vor dreieinhalb Jahren an der Erhardtstraße: Der aus Italien stammende Domenico L. wird vor den Augen seiner Freundin von einem Unbekannten mit einem Messer angegriffen und getötet. Die Ermittler lassen nichts unversucht, um den Mörder zu finden. Es folgen Handyauswertung und Massengentest. Ohne Erfolg. Es gibt eine DNS-Spur des Unbekannten, doch die ist bislang in keiner Polizei-Datei zu finden. Die Sonderkommission wird aufgelöst. Doch der Fall ist nicht zu den Akten gelegt worden.

Der "Tatort"-Film verläuft ähnlich. Es geht um die verzweifelte Suche nach der Wahrheit und die Feststellung, dass mehrere Augenzeugen unterschiedliche Wahrheiten haben können. Ein Phänomen, das auch der echte Kommissar Linder kennen dürfte. Er antwortet auf Fragen im Live-Chat, ebenso der Profiler und Psychologe Markus Hoga sowie ein Polizist von der Straße, Außendienstleiter Harald Bayer. Das Social Media Team der Münchner Polizei ist ebenfalls an den Tasten.

"Wir alle werden gemeinsam ,Tatort' schauen, und natürlich nicht mit erhobenem Zeigefinger die Arbeit der Fernseh-Kommissare beäugen", sagt Marcus da Gloria Martins. Der Polizeisprecher erhofft sich, dass man dem Publikum auf diese Weise echte Fakten und Botschaften in punkto Polizeiarbeit mit auf den Weg geben kann. Im Gegensatz zur Realität jedenfalls werden die Zuschauer am Sonntagabend erfahren, ob das Duo Batic und Leitmayr den Mörder zur Strecke bringt.

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