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Grillkohlen und Scherben:Kinder verletzten sich beim Spielen an der Isar

Wegen der vielen Glasscherben gehen die Helfer nur noch mit Sicherheitsschuhen in die Isar.

(Foto: Wasserwacht München Mitte)

Ein 20 Monate alter Junge und ein sechsjähriges Mädchen haben sich Verbrennungen zugezogen, weil Besucher ihre Grillkohlen liegen gelassen haben. Auch Glasscherben sind ein Problem.

Zwei kleine Kinder sind am Sonntag an der Isar schwer verletzt worden - weil rücksichtslose Strandbesucher ihre glühenden Grillkohlen einfach zwischen den Flusskieseln liegen gelassen hatten. Ein 20 Monate alter Bub musste mit Verbrennungen zweiten Grades ins Krankenhaus gebracht werden. Kurz zuvor hatte sich ein sechsjähriges Mädchen Brandverletzungen an den Füßen zugezogen. Nach der Erstversorgung an der Wasserwachtstation Marienklause konnte es jedoch mit den Eltern zusammen nach Hause gehen.

Mindestens jeweils drei Ehrenamtliche der Wasserwacht München-Mitte ("Isarretter") haben in der Saison Dienst an den beiden Stationen an der Marienklause und am Flauchersteg. Am Sonntag waren sogar zwölf als Sanitäter ausgebildete Wasserretter und Rettungsschwimmer im Einsatz. Laut Daniela Haupt von der Münchner Kreiswasserwacht kommen Unfälle mit achtlos weggeworfener Grillkohle immer wieder vor. Erst vor drei Wochen trat am Feringasee ein dreijähriges Mädchen in einen Haufen glühende Grillkohle. Nach Angaben der Unterföhringer Wasserwacht erlitt das Kind schwerste Verbrennungen an den Füßen und musste in die Klinik gebracht werden. Bleibende Schäden sind nicht ausgeschlossen.

"Die Grillkohle war rücksichtslos von Unbekannten neben eine Mülltonne in die Wiese gekippt worden", empören sich die Wasserwachtler - und das, obwohl an vielen Stellen in den Grillzonen metallene Kohletonnen direkt neben den normalen Müllbehältern aufgestellt sind. Gefahr geht aber auch von Bodengrills aus. Selbst wenn sie ordnungsgemäß entsorgt werden, werden die Steine darunter glühend heiß. Mindestens 30 Zentimeter hoch sollten die Beine eines Grills immer sein. Boden- und Holzfeuer sind in den städtischen Grillzonen verboten.

Auch Scherben sind an der Isar ein großes Problem für Badegäste wie für die Wasserwacht. Die Helfer gingen deshalb nur noch mit Neopren- oder Sicherheitsschuhen mit Keramikkappe ins Wasser, erzählt Daniela Haupt. Zerbrochene Glasflaschen auf einer Kiesinsel verletzten ebenfalls am Sonntag einen Mann am Flaucher. Mit einer stark blutenden Schnittverletzung kam der Patient zur Wasserwachtstation. Nachdem seine Wunde versorgt war, empfahlen ihm die Helfer einen Besuch im Krankenhaus. Um die Einhaltung der Grillregeln soll sich der private Sicherheitsdienst kümmern, den die Stadt für die Isarufer engagiert hat.