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Interview mit Gisela Schneeberger:"Ich lach' ständig"

Schauspielerin Gisela Schneeberger über Alltagskomik, Gerhard Polt und wieso sie sich für ihre Rollen gerne "schiach" herrichten lässt.

Die Schauspielerin Gisela Schneeberger ist aktiver denn je, so scheint es: Im vergangenen Jahr hat sie gleich mehrere Filme gedreht, und von Ende Februar an spielt sie in der neuen Vorabendserie "Franzi" des Bayerischen Fernsehens mit . Bekannt wurde sie vor allem durch die Fernseh-Serien "Fast wia im richtigen Leben" mit Gerhard Polt oder "Monaco Franze" mit Helmut Fischer, mit Filmen wie "Kehraus", "Man spricht Deutsh", aber auch und auf der Bühne der Kammerspiele mit "München leuchtet", "Diridari" oder "Tschurangrati". Ein Gespräch über die Kunst der Komik und das Tragische.

Gisela Schneeberger lacht oft - auch über sich selbst: "Weil ich mich manchmal selber genau so beknackt finde oder auch irgendwelche doofen Sachen mache."

(Foto: Foto: Catharina Hess)

SZ: Haben Sie heute schon mal gelacht?

Schneeberger: Ich lach' ständig.

SZ: Worüber?

Schneeberger: Über Alltagskomik.

SZ: Was ist da so komisch?

Schneeberger: Ich kann da keine philosophische Abhandlung liefern, aber ich beobachte Menschen und denke, die wollen jetzt irgendwas hermachen und erfüllen das nicht. Komisch ist doch die Differenz zwischen Sein und Schein.

SZ: Man kann sich darüber ja auch das Maul zerreißen.

Schneeberger: Ich tu das nicht. Ich lach' ja oft auch über mich, weil ich mich manchmal selber genau so beknackt finde oder auch irgendwelche doofen Sachen mache.

SZ: Ein Hang zur Selbstironie?

Schneeberger: Aber Selbstironie nur privat. Die habe ich gerne mit mir alleine.

SZ: Sie lachen im stillen Kämmerlein über sich selbst?

Schneeberger: Ich kann auch sehr laut mit anderen über mich lachen.

SZ: Berühmt wurden Sie ja vor allem mit Komödien oder Satiren. Liegt Ihnen auch das Tragische?

Schneeberger: Ich sehe das nicht so eng, ich glaube, ich kann beides. Das habe ich in meinen Anfängerjahren am Theater in Berlin ja auch gemacht, und ich hab ja auch fürs Fernsehen einige ernste Sachen gespielt wie "Der Hahn ist tot"oder "Bin ich schön" und zuletzt 2008 "Mit einem Schlag".

SZ: Ihre komische Seite hat sich mir stärker eingeprägt.

Schneeberger: Das mag so sein. Sicher, ich bin mit zunehmendem Alter heiterer geworden. Ich weiß nicht warum, aber es ist so. Älter werden ist allerdings nicht komisch, und vor allem: Altwerden ist überhaupt nicht komisch.

SZ: Wenn man die anderen dabei beobachtet, dann vielleicht schon.

Schneeberger: Das stimmt, und gute Beobachter lachen auch gerne. Ich beobachte die Menschen gerne, weil sie mich interessieren.

SZ: Das Leben also kommt Ihnen häufig sehr komisch vor?

Schneeberger: Aber es ist nicht so, dass ich das ganz Leben lächerlich fände! Ich bin, glaube ich, sogar eher ein Pessimist.

SZ: Das überrascht mich.

Schneeberger: Ja, keiner glaubt es mir.

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