Zuletzt musste Jella Lepman zu einer Drohung greifen: „Generationen von Kindern werden Sie verfluchen, wenn Sie den Aufbau der Internationalen Jugendbibliothek verhindern“, hielt sie dem damaligen bayerischen Kultusminister hitzig entgegen. Was war passiert? An der Seite der US-Armee war sie im Rang einer Majorin 1945 von England nach Frankfurt zurückgekehrt, mit einem ganz speziellen Auftrag: Sie sollte als Beraterin für Frauen- und Jugendfragen in Deutschland tätig sein. Von „Re-Education“ von Erwachsenen versprach sie sich nicht viel, um so mehr aber davon, Kinder mit der Vorstellung einer freien Welt heranzubilden. Woher sie die beziehen sollten? Ganz klar – aus Büchern.
Die erstaunliche Biografie der IJB-Gründerin Jella Lepman„Generationen von Kindern werden Sie verfluchen“
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In einem Wagen der US-Armee fährt Jella Lepman durch Frankfurt. Die ehemals elegante Stadt liegt in Trümmern – aus den Ruinen winkt ihr ein Kind mit einer Blume in der Hand zu.
Sally Deng/Nord Süd Verlag1945 kehrt die jüdische Autorin Jella Lepman aus dem Exil nach Deutschland zurück. Und setzt sich ein großes Ziel: Kinder mit internationalen Büchern zu Weltoffenheit und Toleranz zu erziehen. Die erstaunliche Lebensgeschichte der IJB-Gründerin liegt jetzt als illustrierte Biografie vor.
Von Barbara Hordych
