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Ausländer in München:Bei der Stadt arbeiten Ausländer vor allem in den unteren Lohngruppen

Wie schwierig Integration sein kann, erfährt die Stadt als Arbeitgeberin bei sich selbst. Im Jahr 2016 befanden sich unter ihren Beschäftigten lediglich 12,2 Prozent Ausländer. Trotz intensiver Bemühung entspricht das nur einer Steigerung von 2,4 Prozentpunkten in zehn Jahren. Von diesen arbeiten zudem fast alle in gering qualifizierten Bereichen. Dort stellen sie fast die Hälfte aller Mitarbeiter. In den Führungspositionen ist gerade mal jeder fünfzigste Ausländer, in den vergangenen vier Jahren stieg der Anteil lediglich um 0,4 Prozentpunkte. Positiver sieht es bei der Ausbildung aus. Mehr als ein Viertel der knapp 1000 Auszubildenden hat einen Migrationshintergrund.

Die Zahl der Stadträte mit Migrationshintergrund ist gesunken

Der Integrationsbericht untersucht auch, ob Menschen mit ausländischen Wurzeln nicht nur in der Stadt, sondern auch in den "politisch zentralen Gremien" angekommen sind. Das Fazit ist ernüchternd: Während in der vergangenen Wahlperiode von 2008 bis 2014 noch 11,3 Prozent der Stadträte einen Migrationshintergrund hatten, sind es aktuell nur noch 8,7 Prozent. Dabei stellt diese Gruppe fast ein Drittel der Wahlberechtigten bei Kommunalwahlen.

Viele Ausländer in München erleben im Alltag Diskriminierung

Niemand wird in München häufiger herabgewürdigt, beleidigt oder belästigt als Menschen mit Migrationshintergrund. Jeder zweite aus dieser Gruppe berichtet von solchen Vorfällen. In der Gesamtbevölkerung ist es gut jeder Dritte. Am häufigsten werden Münchner in der Arbeit diskriminiert, dort allerdings hauptsächlich wegen des Geschlechts oder des Alters. In der Freizeit und in der Öffentlichkeit wird man am häufigsten wegen seiner Herkunft verletzt. Mit am meisten zu ertragen haben Migranten, die schwul oder lesbisch sind.

München braucht ein neues Integrationskonzept

Vieles läuft gut, manches rumpelt, einiges darf noch besser werden. So lässt sich der dritte Integrationsbericht zusammenfassen. Auch wenn München im Vergleich zu vielen anderen Großstädten gut dasteht, müsse das aus dem Jahr 2008 stammende Integrationskonzept auf den Prüfstand, fordern die Verfasser des Berichts. Eine engere Verzahnung mit dem Gesamtplan der Integration von Flüchtlingen sei zum Beispiel ratsam. Damit das Motto des Berichts weiter gilt: "München lebt Vielfalt."

© SZ vom 02.07.2018/huy
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