Institut für Zeitgeschichte Widerstand

Klaus Lankheit präsentiert das "Weiße Rose"-Plakat der 68er.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Auch die 68er-Bewegung berief sich auf die "Weiße Rose" als Vorbild

Die Widerstandsgruppe "Weiße Rose" hat in diesem Jahr selbst einen Jahrestag: Vor 75 Jahren wurden Willi Graf, Alexander Schmorell, Christoph Probst, Hans und Sophie Scholl sowie Kurt Huber von den Nationalsozialisten umgebracht. Bereits vor 50 Jahren zierten die Nazi-Gegner Plakate wie dieses, das nun neben anderen Dokumenten im Institut für Zeitgeschichte an der Leonrodstraße zu sehen sein wird: Demonstranten aus der 68er-Studentenbewegung stellten sich selbst in die Tradition der "Weißen Rose". Sie trugen die toten Widerstandskämpfer als ihre Vorbilder vor sich her. Zum Tag der Archive zeigt das Institut für Zeitgeschichte eine Ausstellung zu den Ereignissen von 1968. Es will Schlaglichter darauf werfen, was in München, aber auch in Paris und Prag geschehen ist. Zu sehen sind etwa private Fotografien vom "Prager Frühling", aber auch Karikaturen und Flugblätter aus München. Zusätzlich zur Ausstellung bietet das Institut zu jeder vollen Stunde Führungen durch die Bestände an. In München hätten Studierende lange dafür gestritten, die Uni in "Geschwister-Scholl-Universität" umzubenennen, sagt Klaus Lankheit, der Archivleiter des Instituts; auch deshalb habe er das Plakat für den Tag der Archive ausgewählt. Das Original habe ein wissenschaftlicher Mitarbeiter, der an den 68er-Demonstrationen teilgenommen hat, dem Institut hinterlassen. Zu sehen ist aber nur eine Reproduktion. Das Plakat liege vor Feuchtigkeit geschützt im Magazin.