Wechsel an der Spitze des Instituts für Zeitgeschichte München-Berlin (IfZ): Zum 1. Oktober wird Isabel Heinemann, derzeit Inhaberin des Lehrstuhls für Neueste Geschichte an der Universität Bayreuth, die Leitung übernehmen, wie das IfZ nun mitteilte. Sie löst Andreas Wirsching ab, der nach 14 Jahren als Direktor in den Ruhestand geht.
Die gebürtige Rheinland-Pfälzerin, Jahrgang 1971, ist die erste Frau, die der renommierten Einrichtung vorstehen wird. In einer gemeinsamen Berufung mit der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) übernimmt die Historikerin auch den Lehrstuhl für Neueste Geschichte an der LMU, meldet die Nachrichtenagentur KNA. Frühere akademische Stationen von ihr seien Freiburg, Münster und zuletzt Bayreuth gewesen. Heinemanns Forschungsschwerpunkte spiegelten die ganze Vielfalt der Zeitgeschichte wider. So sei die Wissenschaftlerin in der Geschichte des Nationalsozialismus ebenso zuhause wie in der Geschlechter- und Demokratiegeschichte nach 1945. Seit ihrer Dissertation über das Rasse- und Siedlungshauptamt der SS gilt Heinemann als Expertin für die Geschichte des Zweiten Weltkriegs, von Vernichtungspolitik und Holocaust.
Unter Wirschings Amtszeit habe sich das Institut für Zeitgeschichte äußerst dynamisch entwickelt, wie es in der Mitteilung heißt. So baute er in München ein Zentrum für Holocaust-Studien auf und gründete das Berliner Kolleg Kalter Krieg, mit dem das IfZ auch verstärkt die Geschichte der internationalen Beziehungen erschlossen habe. 2023 sei es zudem gelungen, mit der Dokumentation Obersalzberg und der dortigen Dauerausstellung „Idyll und Verbrechen“ neue Maßstäbe zu setzen. Für internationales Aufsehen habe auch die 2016 erschienene kritische Edition von Hitlers „Mein Kampf“ gesorgt.
Das Institut für Zeitgeschichte München−Berlin ist eine außeruniversitäre Forschungseinrichtung. Sie wurde 1949 gegründet, um die nationalsozialistische Diktatur wissenschaftlich zu erforschen.

