Fünf für München:Bilder, Bier und Bienen

Lesezeit: 3 min

Fünf für München: Kunstsammlerin Ingvild Götz mit Ehemann Stephan auf einer Party der "Freunde der Pinakothek der Moderne".

Kunstsammlerin Ingvild Götz mit Ehemann Stephan auf einer Party der "Freunde der Pinakothek der Moderne".

(Foto: Florian Peljak)

Kunstsammlerin Ingvild Goetz wird geehrt, das Haderner Bräu auch, und ein Film sucht sein Publikum - die Münchnerinnen und Münchner der Woche.

Von Michael Bremmer, Sabine Buchwald, Clara Löffler und Julia Schriever, München

Ausgezeichnte Sammlerin

Die Kunstsammlerin und Kuratorin Ingvild Goetz, 81, erhält diesen Montag den Kulturellen Ehrenpreis 2021 für ihr Lebenswerk. Bereits in den Sechzigerjahren begann die studierte Politologin, zeitgenössische Kunst zu sammeln. 1969 gründete sie in Konstanz den Verlag Edition Art in Progress, 1972 eröffnete sie in Zürich die gleichnamige Galerie, mit der sie ein Jahr später nach München zog. Goetz bewies ein exzellentes Gespür für das Potenzial der Künstler, die sie in den Folgejahren in der Maximilianstraße zeigte. Darunter waren etwa Bruce Neumann, Christo, Cy Twombly und Jannis Kounnellis.

Während dieser Zeit vergrößerte sie ihre Sammlung stetig. Die ersten Schwerpunkte waren amerikanische Künstler der Achtzigerjahre sowie der Arte Povera. Von 1984 an konzentrierte sich Goetz auf die Erweiterung ihrer Sammlung. Die etwa 300 Arbeiten aus der Galeriezeit bildeten den Grundstock. Goetz ließ nach den Plänen der Architekten Herzog und de Meuron in Oberföhrung ein Museum dafür bauen. Es wurde 1993 eröffnet. In den Jahren darauf wuchs die Sammlung auf mehr als 5000 Werke verschiedener künstlerischer Gattungen. 2014 schenkte die Sammlerin einen Großteil der Arbeiten sowie das Ausstellungshaus dem Freistaat Bayern. Es wird seitdem als staatliche Institution weitergeführt. Weniger bekannt ist, dass sich Ingvild Goetz auch karitativ sehr engagiert. Sie unterstützt etwa Projekte für geflüchtete Frauen, Menschen mit Essstörungen und Schulen in Afrika. Den mit 10 000 Euro dotierten Ehrenpreis wird Oberbürgermeister Dieter Reiter der bereits mehrfach ausgezeichneten Sammlerin überreichen.

Bestes Bier

Fünf für München: Martha und Thomas Girg brauen Bier, das nach Whisky schmeckt.

Martha und Thomas Girg brauen Bier, das nach Whisky schmeckt.

(Foto: AF-Sport-Event.de)

Thomas und Marta Girg, Inhaber der Brauerei Haderner Bräu, dürfen sich über eine besondere Auszeichnung freuen: Soeben wurde ihr "Whiskybock" zu einem der zehn besten Bioprodukte Bayerns gekürt. Das Münchner Paar erhielt sogar die Goldmedaille für sein Bier mit Whisky-Aroma. Um den speziellen Geschmack zu erreichen, werde helles Bockbier zum Reifen für zwölf Monate in einem Whiskyfass gelagert, erklären die beiden. Ausgeschrieben wird der Wettbewerb seit 2012 von der Landesvereinigung für ökologischen Landbau in Bayern (LVÖ). Dieses Jahr wurden 56 Produkte von bayerischen Bio-Betrieben eingereicht.

Würdevolles Ende

Dem Tod den Schrecken nehmen. Das ist die Mission von Sara Loy, 29, und Michaela Bayer, 27. Seit sechs Jahren arbeiten sie als Pflegefachkräfte auf der Palliativstation des Klinikums Großhadern und können sich keinen Beruf vorstellen, der sie mehr erfüllen würde. "Menschen während ihrer letzten Lebensphase zu betreuen und ihnen bis zum Schluss ein würdevolles Leben zu ermöglichen, gibt einem sehr viel", sagt Loy. Bayer fügt hinzu: "In der Palliativpflege sind die Rahmenbedingungen gut. Man hat das Gefühl, den Menschen wirklich helfen zu können - sowohl den Sterbenden als auch den Angehörigen." Auf ihrem Instagram-Kanal @elsa.palliative.care dokumentieren sie ihren Klinikalltag und beantworten geduldig Fragen, die sich viele offline nicht trauen zu stellen. Mehr als 11 000 Menschen folgen den beiden mittlerweile. Nun haben Loy und Bayer den zweiten Platz bei der Wahl zu Deutschlands "Pflegerinnen des Jahres 2022" belegt, wie die Initiative "Herz & Mut" zum Internationalen Tag der Pflege am 12. Mai bekanntgab. Ihre Freude darüber teilten sie sofort - wie soll es anders sein - auf Instagram.

Dokumentierte Bienen

Fünf für München: Vanessa Weber von Schmoller hat die Dokumentation "Ein Himmel voller Bienen" gedreht.

Vanessa Weber von Schmoller hat die Dokumentation "Ein Himmel voller Bienen" gedreht.

(Foto: Katrin Dufter/proseccohead)

Eigentlich wollten sie den Film zu zweit machen. Olivia Hagemann und Vanessa Weber von Schmoller wollten eine Doku darüber drehen, wie die Bienen gerettet werden können. Das hatten sie sich schon im Jahr 2018 vorgenommen. Aber als Olivia Hagemann im Juni 2019 überraschend starb, war Regisseurin Vanessa Weber von Schmoller alleine mit der Idee. Sie hätte alles hinwerfen können. Die Recherchen, das Drehbuch, das ganze Projekt, für das zu wenig Geld da war. "Aber der Tod von der Olivia hat mir gezeigt, wie kurz das Leben ist", sagt Vanessa Weber von Schmoller. "Und dass man für Dinge aufstehen muss - nicht in 40 Jahren, sondern jetzt." Sie sammelte Spenden, organisierte ein Team. Für die Dreharbeiten vergangenen Sommer war sie mit ihrer Crew in München und Bayern unterwegs, um Menschen zu besuchen, die sich für Wild- und Honigbienen einsetzen. Die Doku sollte sich nicht nur um das Bienensterben drehen, sondern Lösungen aufzeigen. Das hatten sie und Olivia Hagemann so geplant.

Jetzt ist der Film fertig. "Es war so ein langer Prozess. Und dann siehst du endlich den Film, 85 Minuten, da bist du einfach glücklich, dankbar und stolz", sagt Vanessa Weber von Schmoller. "Ein Himmel voller Bienen", heißt die Doku. Einen Trailer gibt es schon im Internet. Jetzt fehlt noch ein letzter Schritt: Der Film muss zu den Zuschauerinnen und Zuschauern kommen. Vanessa Weber von Schmoller sucht gerade nach Kontakten zu Fernsehsendern, Streaming-Plattformen oder Betreibern von Kinos und Festivals, die die Dokumentation zeigen wollen. Sie sagt: "Es kann nicht sein, dass der Film jetzt in der Schublade liegen bleibt."

Tätowiertes Holz

Fünf für München: Tattoo-Künstlerin Miriam Frank in ihrem Studio Farbenpracht.

Tattoo-Künstlerin Miriam Frank in ihrem Studio Farbenpracht.

(Foto: Stephan Rumpf)

Die Corona-Pandemie ist für alle Menschen schlimm - aber sich davon in die Knie zwingen lassen? Niemals. Erst recht nicht, wenn man wie Miriam Frank, Jahrgang 1995, kreativ tätig ist. Sie ist Designerin und in erster Linie Tattoo-Künstlerin. Als beim ersten Lockdown ihr Tattoo-Studio schließen musste, hat sie sich in ein Fotoprojekt gestürzt. Beim zweiten Lockdown suchte sie für ihre Arbeit ein anderes Material. Statt ihre Illustrationen in die Haut zu stechen, tätowierte sie zwei Holzfiguren - einen Mann und eine Frau, am ganzen Körper verziert: zu sehen vom 19. bis 22. Mai bei der Stroke.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB