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Industriedenkmal:Ein Anziehungspunkt und ein spezieller Lebensraum

Doch die Pläne zerschlugen sich, der Konzertsaal soll im Werksviertel beim Ostbahnhof gebaut werden. Auch Stadtbaurätin Merk macht deutlich, dass sie von Großprojekten der Hochkultur - etwa einem Museum - in der Halle nicht viel hält: "Wir wollen eine lebendig Nutzungsmischung und eine Öffnung hin zum Quartier."

Merk verweist auf Beispiele aus dem Ausland. In Kopenhagen sorgt das von dem Architekten Rem Koolhaas entworfene neue Architekturzentrum namens Blox für Aufsehen. Neben dem Architekturzentrum bietet der Komplex auch Büros, einen Buchladen, Wohnungen, Gastronomie und einem Fitnessstudio Platz. Oder in Rotterdam fällt eine Markthalle auf, die mit ihrer Nutzungsmischung ein Anziehungspunkt und ein spezieller Lebensraum ist.

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Solche Beispiele müsse man auch für München ins Auge fassen, erklärt die Stadtbaurätin. Ein ganz besonderes Kreativquartier mit kulturellem Schwerpunkt neben vielen anderen Angeboten könne damit an der Friedenheimer Brücke entstehen: "Wobei die Paketposthalle natürlich nicht zur Ramschbude werden darf."

Und auch außergewöhnliche architektonische Veränderungen der Halle haben bei der Stadtbaurätin keine Chance. Das Münchner Architektenbüro "Allmann Sattler Wappner" lieferte vor einiger Zeit den aufsehenerregenden Vorschlag, auf dem Dach der Halle terrassenförmig angelegte Wohnungen zu errichten. Es wird sich eine andere Frage stellen: Wie hoch darf man im künftigen Quartier bauen? Merk kann sich "verdichtetes Wohnen" mit Hochhäusern vorstellen, die zusätzliche architektonische Akzente am Stadteingang setzen. Zumal auch für den neuen Hauptbahnhof ein Hochhaus geplant ist. Doch für konkrete Aussagen zu diesem Thema ist es Merk noch viel zu früh. Vor allem will sie auch erst die Erkenntnisse und Ergebnisse der neuen Hochhaus-Studie abwarten, die die Stadt demnächst in Auftrag geben will.

Für konkrete Konzepte sei es zu früh

Rechtsanwalt Josef Nachmann arbeitet inzwischen mit der Büschl Unternehmensgruppe zusammen. Dass er dabei seine früheren Planungserfahrungen mit der Halle einbringt, liegt auf der Hand. Über konkrete Konzepte erfährt man allerdings nichts. Noch ist es eher ein Vortasten bei der Stadtbaurätin, dem Stadtrat und den in der Umgebung lebenden Bürgern, was überhaupt möglich ist. Von einem Grundstück mit viel Potenzial, einer verantwortungsvollen Herausforderung und einer eindrucksvollen Aufgabe spricht der Investor.

Elisabeth Merk will im kommenden Jahr wieder zur Stadtbaurätin gewählt werden. Die Chancen im Stadtrat stehen nicht schlecht: "Die Halle wird das spektakulärste Projekt meiner dritten Amtszeit."

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