Immobilienmarkt Reiter will "realen Mietspiegel"

"Der reale Mietspiegel soll ein wirksames Zeichen für eine Beendigung der Mietpreisspirale setzen", so Reiter.

(Foto: dpa)

Damit soll die tatsächliche Durchschnittsmiete in München ermittelt werden. Rechtsverbindlich werden die Daten jedoch nicht sein.

Oberbürgermeister Dieter Reiter ruft die Münchner dazu auf, sich an der Erhebung des "realen Mietspiegels" zu beteiligen. Das Marktforschungsinstitut Kantar hat am Montag mit den Befragungen dazu begonnen; die Interviewer bitten zunächst in einem telefonischen und dann in einem persönlichen Interview um Auskünfte über Miethöhe und Ausstattung der Wohnungen. Mit dem realen Mietspiegel will die Stadt die tatsächliche Durchschnittsmiete in München ermitteln.

Zu diesem Zweck werden in die Untersuchung nicht nur frei finanzierte Wohnungen einbezogen, sondern auch geförderte sowie Genossenschaftswohnungen. Das unterscheidet den realen vom qualifizierten Mietspiegel, der wegen geltender gesetzlicher Vorgaben nur frei finanzierte Wohnungen einbezieht - und in dem Segment auch nur neue Mietverträge und Mieten, die in den vergangenen vier Jahren erhöht worden sind.

"Der reale Mietspiegel soll ein wirksames Zeichen für eine Beendigung der Mietpreisspirale setzen", so Reiter, "und der Bundespolitik klar machen, dass dringende und einschneidende Gesetzesänderungen zum Schutz der Mieterinnen und Mieter notwendig sind". Rechtsverbindlich wird der reale Mietspiegel nicht sein. Bei der aktuellen Erhebung werden gezielt jene Mieter befragt, deren Wohnungen bislang unberücksichtigt blieben. Für die Daten der übrigen Wohnungen greift die Stadt auf den aktuellen Mietspiegel 2019 zurück.

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