München heute:400 000 Besucher, massive Kritik an Polizei - Bilanz zur IAA / Taser-Attacke im Englischen Garten

IAA Mobility - Proteste

Demonstranten stoßen kurz nach Beginn ihres Demonstrationszuges gegen die Automesse IAA-Mobility an der Theresienwiese mit Einsatzkräften der Polizei zusammen.

(Foto: dpa)

Nachrichten und Lesenswertes aus der Stadt.

Von Joachim Mölter

Es birgt schon eine gewisse Ironie, wenn sich eine Veranstaltung wie die Internationale Automobil-Ausstellung (IAA) extra den Zusatz "Mobility" gibt, also Mobilität, und dann so viel Unbeweglichkeit verursacht wie am Wochenende. Zu den sowieso schon gesperrten Plätzen in der Innenstadt wegen der IAA-Aussteller kamen gesperrte Straßen hinzu wegen der Demonstrationen gegen die IAA und ihre Aussteller. Selbst für München, das Großereignisse mit Menschenmassen gewohnt ist, herrschte am Samstag ein gewisser Ausnahmezustand, als Radfahrer und Fußgänger mobil machten gegen die Autos und die sie produzierende Industrie. Aber die Münchnerinnen und Münchner haben diese Herausforderung gelassen bewältigt und nicht mehr gegrantelt als sonst auch. Es gab Verkehrsbehinderungen, das ja, aber es gab nicht das befürchtete Chaos.

Meine Kollegen Thomas Anlauf, Max Hägler, Catherine Hoffmann, Bernd Kastner, Elisa Schwarz und ich waren trotzdem unterwegs, um Eindrücke zu sammeln und mit Menschen zu sprechen (SZ Plus). Manchmal nahmen wir die U-Bahn, aber meistens bewegten wir uns per Rad, weil wir damit tatsächlich am beweglichsten waren und am schnellsten vorankamen. Und zumindest ich habe mir an manchen Engstellen, zwischen Bauzaun zur Rechten und Lkw zur Linken, etwas mehr Platz gewünscht. Was wir bei unseren Rundfahrten erlebt und beobachtet haben, was wir bei unseren Gesprächen erfahren haben, haben wir in zahlreichen Geschichten zusammengetragen.

Damit ist jetzt freilich nicht Schluss mit dem Thema IAA - nach der IAA ist bekanntlich vor der IAA, auch wenn die nächste erst in zwei Jahren geplant ist. Einige Aspekte der Veranstaltung werden sicher ein Nachspiel haben, die massive Überlassung von öffentlichem Raum an private Konzerne zum Beispiel, oder der Umgang mit kritischen Geistern. Aber jetzt freuen wir uns erst mal, dass demnächst wieder Platz auf den Plätzen und die Mobilität nicht weiter eingeschränkt ist.

DAS WOCHENENDE IN MÜNCHEN

Lob und Kritik für die Münchner IAA-Premiere Veranstalter, Wirtschaft und Politik sind zufrieden mit der ersten IAA in der bayerischen Landeshauptstadt, zu der 400 000 Besucher kamen. Kritik gibt es an den massiven Eingriffen in den öffentlichen Raum.

Kommentar: Die IAA war ein Erfolg - vor allem für deren Gegner Dass diese so viel Aufmerksamkeit für ihre Aktionen bekamen, lag auch am harten Vorgehen der Polizei. Nach Ende der Ausstellung kommen nun vor allem auf die Stadt ein paar unangenehme Fragen zu.

IAA-Gegner klagen über massive Repressionen durch Polizei Die Vorwürfe der Aktivisten reichen von Einschüchterung bis Körperverletzung - offenbar sehen auch manche Polizisten das Vorgehen kritisch.

Attacke mit Elekroschockpistole im Englischen Garten Ein 18-Jähriger wird dabei verletzt. Die Polizei rückt daraufhin mit zehn Streifen an und kann wenig später drei Jugendliche festnehmen.

MÜNCHEN ERLESEN

Restaurants in München | Bars in München | Frühstück und Brunch

Zu den Landkreisen: Bad Tölz-Wolfratshausen | Dachau | Ebersberg | Erding | Freising | Fürstenfeldbruck | München | Starnberg

© SZ.de
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB