Internationale Automobil-AusstellungAcht Highlights auf der IAA, die einen Besuch wert sind

Lesezeit: 4 Min.

Ein McLaren ist der Traum mancher Autofahrer – aus Lego gibt es ihn auch.
Ein McLaren ist der Traum mancher Autofahrer – aus Lego gibt es ihn auch. Robert Haas
  • Die dritte IAA Mobility in München geht zu Ende, der Open Space ist noch Samstag bis 21 Uhr und Sonntag bis 17 Uhr geöffnet.
  • Zu den Highlights gehören der 1251 PS starke Lucid Air Sapphire, ein S-Bahn-Fahrsimulator und autonome Offroad-Roboter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt.
  • Das Festival of Lights illuminiert erstmals während der IAA Münchner Gebäude wie das Alte Rathaus mit animierten 3-D-Lichtspektakeln bis Samstag 23 Uhr.
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Auf der Automesse funkelt und glänzt es an jeder Ecke. Doch wo lohnt sich ein genauer Blick? Acht Vorschläge vom 1251-PS-Boliden bis zum Lichtspektakel.

Von Martin Mühlfenzl und Andreas Schubert

Die dritte Auflage der IAA Mobility in München endet am Wochenende. An diesem Samstag ist der Open Space in der Innenstadt noch von 11 bis 21 Uhr und am Sonntag von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der SZ sind auf der Messe einige Exponate, Aktionen oder Stände aufgefallen, die aus der Masse hervorstechen und einen Blick wert sind. Manche Angebote sind auch zum Mitmachen gedacht. Acht Beispiele.

Der PS-Protz

Schnell gucken, sonst ist er weg: der Lucid Air Sapphire.
Schnell gucken, sonst ist er weg: der Lucid Air Sapphire. Robert Haas

Es ist eines der stärksten Autos auf der IAA Mobility, wenn nicht gar das stärkste. Den Lucid Air Sapphire, zu finden im Brunnenhof der Residenz, kann man getrost als Inbegriff des Leistungswahnsinns in der Automobilbranche bezeichnen. Die vollelektrische Limousine, gebaut in Casa Grande im US-Bundesstaat Arizona, hat drei Motoren, Allradantrieb und bringt es auf stolze 920 Kilowatt, das entspricht 1251 PS. Bis zu 330 Kilometer pro Stunde soll der stets in Saphir-Blau lackierte Sapphire schnell sein, von null auf 100 soll er es in zwei Sekunden schaffen. Die Fragen sind nur: Wer kann wo so schnell fahren? Wer will das? Und wer gibt eine Viertelmillion Euro für ein Auto aus, das nicht von einer berühmten Sportwagenmarke wie Ferrari oder Lamborghini stammt?

Der rollende Fahrsimulator

Im S-Bahn-Fahrsimulator kann man die Münchner Strecken befahren.
Im S-Bahn-Fahrsimulator kann man die Münchner Strecken befahren. Robert Haas

Der Königsplatz ist dieses Jahr auch Forum für den öffentlichen Nahverkehr. Die S-Bahn München präsentiert sich dort nicht nur mit einem Modell der künftigen Züge, sondern lädt auch zum Ausprobieren ihres rollenden Fahrsimulators, kurz Rosi, ein. Rosi ist sonst auch auf anderen Veranstaltungen zu finden, zum Beispiel auf Feuerwehrfesten, und ist ein professioneller Simulator mit Originalsoftware, wie er auch in der Ausbildung für Lokführerinnen und -führer verwendet wird. Wer sich in den Führerstand setzt, kann virtuelle Nachbildungen der echten S-Bahn-Strecken im Münchner Netz befahren. Und wer weiß: Vielleicht findet die Bahn ja auf diesem Weg die ein oder andere Nachwuchskraft – was nicht zuletzt auch die Idee hinter Rosi ist.

Der Offroad-Roboter auf Rädern

Kommt überall hin, auch auf den Odeonsplatz: der SHERP-Truck des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt.
Kommt überall hin, auch auf den Odeonsplatz: der SHERP-Truck des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt. Robert Haas

Die hohen Reifen und die massive Bauweise lassen erahnen, dass dieser Truck nicht für den Straßeneinsatz gebaut ist. Sogenannte SHERP-Fahrzeuge kommen auch in unwegsamem Gelände vorwärts. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt zeigt am Odeonsplatz einen SHERP-Truck, der teilautonom fährt, das heißt: ohne Fahrer, aber von einem zentralen Ort ferngesteuert. Die Offroad-Fahrzeuge, die auch schwimmen können, sollen humanitäre Hilfe und Katastrophenhilfe dort unterstützen, wo Einsatzkräfte nicht mehr allein weiterkommen oder es für Menschen zu gefährlich ist. Das Fahrzeug verfügt über Sensoren und Stereokameras und übermittelt laufend seine Position und 360-Grad-Umgebungsdaten, damit es bestmöglich von der Ferne aus navigiert werden kann.

Das Lichtspektakel

So bunt sieht man Gebäude wie das Alte Rathaus am Marienplatz, die Residenz und die Staatsbibliothek eigentlich nie.
So bunt sieht man Gebäude wie das Alte Rathaus am Marienplatz, die Residenz und die Staatsbibliothek eigentlich nie. Johannes Simon

Ob es nun das Brandenburger Tor war oder der Fernsehturm oder Gebäude in anderen Städten: Die Künstler vom Berliner „Festival of Lights“ wissen seit 20 Jahren, wie man Gebäude mit Illumination in Szene setzt. Dieses Jahr gastiert das Festival erstmals während der IAA in München und lässt das Alte Rathaus am Marienplatz, die Residenz und die Staatsbibliothek in der Ludwigstraße mit verschiedenen Motiven glänzen – mal sind es florale oder tierische, mal technische, etwa ein riesiger Bagger. Die animierten Lichtspektakel mit Titeln wie „Urban Green Dreams“, „Epochen der Kunst“ oder „Sunflower Dreams“  sind mit ihren 3-D-Effekten beeindruckend und noch am Samstag von 20 bis 23 Uhr zu sehen.

Die Waschanlage

Dusche nur für Fahrräder: Die Waschanlage „Bikewash“ des Münchner Unternehmens „Clean your bike“.
Dusche nur für Fahrräder: Die Waschanlage „Bikewash“ des Münchner Unternehmens „Clean your bike“. Martin Mühlfenzl

Es soll Rennradler geben, die zu ihrem Fahrrad eine derart innige Verbundenheit verspüren, dass sie es nach einer kräftezehrenden Tour mit unter die Dusche nehmen. Doch es gibt auch andere, weniger kauzige Möglichkeiten, das eigene Gefährt nach einer Fahrt über matschiges Terrain zu säubern. Eine solche wird direkt vor dem Eingangsbereich der IAA auf der Ludwigstraße präsentiert und erfreut sich großer Beliebtheit: Die Fahrrad-Waschanlage „Bikewash“ des Münchner Unternehmens  „Clean your bike“. Der silbern glänzende Kasten, aus dem beim Waschvorgang selbst nur noch der Lenker herausschaut, ist nicht nur schnell, sondern auch sparsam. Lediglich 90 Sekunden benötigt Bikewash laut Herstellerangaben für eine „professionelle Fahrradwäsche“ und verbraucht dabei nur 100 Milliliter Wasser. Gewaschen werden können damit neben Rennrädern oder Mountainbikes auch E-Bikes und Pedelecs. Eine lohnenswerte Alternative also für Rennradler, die sonst zusammen mit dem Bike unter die Dusche steigen.

Der Grand Prix

Beim Ford-Stand sind der Moderator und die Mini-Autos elektrisiert.
Beim Ford-Stand sind der Moderator und die Mini-Autos elektrisiert. Robert Haas

„Neue Spitzenzeit“, schallt es über die Ludwigstraße. Und gleich darauf: „Bestzeit, neue Bestzeit“. Der Moderator im Ausstellungsbereich des US-amerikanischen Autoherstellers Ford, der in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen in Deutschland feiert und auf der IAA vorwiegend mit E-Fahrzeugen punkten will, ist in Fahrt. Und ganz elektrisch geht es auch auf der Rennstrecke des Autobauers zu, die dieser direkt zwischen seinen eigentlichen Ausstellungsstücken aufgebaut hat – in einer Miniaturversion. Fünf Fahrer, allesamt mit dem Rücken zur Rennstrecke auf Gaming-Cockpits sitzend, steuern die kleinen Fords mit dem Lenkrad in der Hand und dem Blick auf einen Bildschirm gerichtet. Die Livebilder liefern Kameras in den Autos. Es sind teils haarsträubende Manöver, die von den Fahrern abgeliefert werden, immer wieder kommt es zu Crashs. Aber das Spektakel zieht die Zuschauer förmlich an – und eigentlich will jeder sofort auf den Gaming-Stuhl steigen.

Der Autonome

Im Inyo-Cab ist Platz für vier Personen und sogar noch Gepäck.
Im Inyo-Cab ist Platz für vier Personen und sogar noch Gepäck. Martin Mühlfenzl

Wofür denn das kleine Fahrzeug mit den sich elektrisch öffnenden Türen gedacht sei, fragt ein Besucher eine der Mitarbeiterinnen am Pavillon des Wirtschaftsministeriums auf der Ludwigstraße. „Für die letzten ein, zwei Kilometer“, antwortet diese prompt. Und weil direkt neben dem Gefährt ein Polizeiwagen mit Blaulicht steht, kommt gleich die Nachfrage: „In den Knast?“ Natürlich befördert das Inyo-Cab des gleichnamigen Entwicklers aus Grafing bei München keine Verurteilten ins Gefängnis. Vielmehr soll das elektrische Leichtbau-Fahrzeug einen wichtigen Beitrag im öffentlichen Personennahverkehr leisten, Lücken im ländlichen Raum und in schlecht angebundenen Quartieren schließen – und dabei auch noch etwas zum Klimaschutz beitragen. Bis zu vier Fahrgäste finden in dem Elektro-Cab Platz, breite Schwenktüren ermöglichen einen komfortablen und barrierefreien Ein- und Ausstieg und auch Gepäck findet darin noch Platz. Ist es autonom unterwegs, erreicht es eine Geschwindigkeit von etwa 20 Kilometern pro Stunde – wird es manuell von einem Sicherheitsfahrer gesteuert, fährt es sogar bis Tempo 90.

Der Bolide

Einen Formel-1-Boliden aus kleinen Steinchen gibt es im Ausstellungsraum von Lego zu sehen.
Einen Formel-1-Boliden aus kleinen Steinchen gibt es im Ausstellungsraum von Lego zu sehen. Robert Haas

Er war in diesem Jahr bereits im Einsatz. Beim Großen Preis von Miami im Mai rauschte der McLaren über den Miami International Autodrome. Gesteuert von den beiden Formel-1-Piloten Lando Norris und Oscar Piastri – den beiden führenden Fahrern in der Wertung der Rennserie. Gebaut ist der schwarz-orangene Bolide aus Tausenden Legosteinen, und zwar in Originalgröße. Zu sehen ist der Hingucker, der Groß und Klein gleichermaßen begeistert, im Pavillon des dänischen Spielwarenherstellers auf der Ludwigstraße. Im Lego-Ausstellungsraum haben die Besucherinnen und Besucher aber nicht nur die Möglichkeit, sich vor dem Rennwagen ablichten zu lassen, vorrangig die Jüngeren können hier mit Legosteinen unter Anleitung ein eigenes Gefährt zusammenbauen. Wenn auch nicht in der Größe des Formel-1-Boliden.

Hinweis der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es in der Bildunterschrift des Titelbilds, dort sei ein Ferrari abgebildet, es handelt sich aber um einen McLaren.

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