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Hop Dog:Hier lässt sich die weite Welt der Biere entdecken

In der Kneipe Hop Dog von Gregor Einar Fransson (links) und Matthias Jauerneck steht das Bier im Mittelpunkt.

(Foto: Sebastian Gabriel)

Im Hop Dog werden jeden Freitag neue Sorten von kleinen Familienbrauereien ausgeschenkt. Biersommelier Gregor Einar Fransson serviert zu den Bieren Hot Dogs, auf Wunsch auch mit einer veganen Wurst.

Von Laura Kaufmann

Das Hop Dog sieht noch nicht ganz so aus, wie Gregor Einar Fransson sich das vorstellt. Ein Graffiti-Künstler wird bald die Wände verzieren. Vor der coronaverzögerten Eröffnung hat sich Fransson vor allem auf den Bau der Zapfhähne konzentriert, denn da muss für den Biersommelier alles stimmen. Dass die Einrichtung bisher noch nicht sehr durchgestylt ist, stört hier niemanden groß. Nicht nur draußen sind Tische besetzt an diesem sommerlichen Abend. "Man muss ein Genie oder ein Vollidiot sein, um in diesen Zeiten zu eröffnen, und ich überlege noch, was ich bin", sagt Fransson.

Auf jeden Fall ist der Slowenier mit schwedischen Wurzeln und volltätowierten Armen einer, der das, was er tut, mit Verve und Überzeugung tut. Gerade erst ist er von seiner heutigen Tour zurückgekommen, Biere in Bamberg holen, kühlen, den Leihtransporter zurückbringen. In Slowenien, erzählt er, war er Mitbegründer der unabhängigen Bierszene und hat Biere aus Belgien und Bamberg importiert. Er wollte aber immer schon eines Tages die Biere direkt an die Menschen bringen, und dafür ist nun das Hop Dog in der Auenstraße da. Nach einer Zeit in Bamberg hat es Fransson nach München verschlagen, mit zwei Investoren aus Connecticut hat er in der Auenstraße das Hop Dog realisiert.

In und um das Hop Dog, es hat eine kleine Terrasse auf dem Gehweg, unterhalten sich mehr Gäste auf Englisch als auf Deutsch. Mag daran liegen, dass als Grundlage für das Bier hier Hot Dogs angeboten werden. Saucen und die Relishes sind hausgemacht, jede Menge Toppings sind zu haben, Cole Slaw, Japalenos oder geriebener Käse, ganz wie der Gast will. Eine vegane Wurst gibt es natürlich auch. Die Hot Dogs kosten entsprechend, 9,40 Euro das Stück, sind aber gut, ordentlich groß und machen satt. Fransson war wichtig, dass sie zu seinem Anspruch passen: "Professionell und qualitativ hochwertig, aber in gemütlicher, entspannter Atmosphäre" sagt er.

Und so gibt es bei ihm auch "nicht nur Craft Beer, sondern einfach hammergeiles Bier, und das ist unabhängig vom Bierstil." Die Erzeugnisse vor allem von kleinen, unabhängigen Familienbrauereien schenkt er aus. Die meisten produzieren vor allem für die Gastronomie und haben in den letzten Wochen ziemlich gelitten.

Immer am Freitag ist "New Beer Friday" im Hop Dog, da gibt es neue Sorten. Ein paar Lieblinge sind aber immer vorrätig. Was gerade ausgeschenkt wird, zeigt eine Leuchttafel über dem Tresen an. Die Preise sind je nach Bier unterschiedlich. IPA, Pale Ale, Berliner Weisse, Kellerbier, Lagerbier, Pilsner - fündig wird jeder, Vorwissen braucht keiner, der Chef und sein Team beraten gern. Und weil die Atmosphäre tatsächlich so locker ist, wie Gregor Fransson das gewollt hat, macht es auch niemandem etwas aus, zuzugeben, dass man keine Ahnung hat.

Adresse: Auenstraße 100, 80469 München, Öffnungszeiten: Mo bis Fr 12 - 14 Uhr, Mo bis Mi 17 - 23 Uhr, Do 17 - 0 Uhr, Fr 17 - 1 Uhr, Sa 15 - 1 Uhr, https://www.facebook.com/HopDogRuleZ

© SZ vom 11.08.2020/huy

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