bedeckt München 17°
vgwortpixel

Hinweise auf Verstöße:Zollfahnder im Hacker-Zelt

Fahnder der Finanzkontrolle Schwarzarbeit haben das gesamte Personal im Hacker-Zelt überprüft. Es bestehe der Verdacht, dass Leute im Sicherheitsdienst scheinselbstständig arbeiteten. Festwirt Toni Roiderer weist die Vorwürfe zurück und verweist auf eine externe Firma.

Unerwarteter Besuch mischte sich am Dienstag unter die Gäste des Hacker-Zelts auf dem Oktoberfest: 20 Fahnder der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Münchner Zoll prüften das komplette Personal von Toni Roiderer, der das Hacker-Zelt betreibt und Sprecher der Wiesnwirte ist.

Oktoberfest 2005

20 Fahnder der Finanzkontrolle Schwarzarbeit haben das Personal von Toni Roiderer, dem Wirt des Hackerzelts, geprüft.

(Foto: ddp)

Nach ersten Erkenntnissen bestehe der Verdacht, dass "mehrere" Security-Leute im Hacker-Zelt scheinselbständig arbeiteten, so Zoll-Sprecher Thomas Meister. Allein ihre Arbeitskleidung und -anordnungen sprächen gegen eine Selbständigkeit. Bestätige sich der Verdacht, lägen auch Verstöße gegen den Mindeststundenlohn von 8,14 Euro brutto vor.

Roiderer betonte auf SZ-Nachfrage, dass er für die Sicherheit im Zelt eine externe Firma beauftragt und diese vertraglich verpflichtet habe, sich an alle Bestimmungen zu halten. "Ich habe mir nichts vorzuwerfen." Bei seinem eigenen Personal sei alles in Ordnung. Eine Sprecherin des beauftragten Unternehmens erklärte, dass man mit drei "Kooperationspartnern", also Subfirmen, arbeite, und wies den Vorwurf der Scheinselbständigkeit zurück: Der Zoll habe ihr bestätigt, dass alles in Ordnung sei.

Dem wiederum widerspricht der Zoll. Die weiteren Ermittlungen müssten nun die Verantwortung klären, derzeit richte sich der Verdacht gegen die Chefs der Security-Firma und ihrer Partner. Es handle sich um ein "komplexes Geflecht". Gut fünf Stunden dauerte die Kontrolle. Etwa 540 Personen, vom Koch über Bedienungen bis zu den etwa 100 externen Security-Leuten, arbeiten im Hacker-Zelt. Nach SZ-Informationen war beim Zoll ein Hinweis auf mögliche Verstöße eingegangen.

© SZ vom 28.09.2011/leos

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite