Gasthof Hinterbrühl:Kein Wetterschutz für Wirtsgarten

Eine Pergola mit verschließbarem Lamellendach halten viele Wirte für ein probates Mittel, den Betrieb in ihren Außenbereichen auch bei trüben Wetterverhältnissen in Schwung zu halten. Eine solche Lösung schwebt auch dem Betreiber des Gasthofs Hinterbrühl in Thalkirchen vor, der zu den bevorzugten Ausflugszielen vieler Münchner zählt. In diesem Fall soll eine Glasschiebevorrichtung die freistehende Pergola noch ergänzen, so dass insgesamt 84 Sitzplätze im Biergarten geschützt wären. Doch hat Wirt Gerry Haberl die Rechnung ohne die Lokalpolitik gemacht: Der Bezirksausschuss Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln hat den Bau der Schutzvorrichtungen jetzt einhellig abgelehnt, aus "Natur- und Denkmalschutzgründen".

Die Stadtteilvertretung erinnert daran, dass sich das Gasthaus Hinterbrühl mitten im Landschaftsschutzgebiet befinde und bauliche Eingriffe von daher zu vermeiden seien. Glaselemente würden sich allein schon wegen der Gefahr des Vogelschlags verbieten, hieß es. Auch dürfe der Blick auf das denkmalgeschützte Wirtshaus nicht verstellt werden. Die Entscheidung fällt allerdings die Lokalbaukommission des städtischen Planungsreferats.

Das Gasthaus Hinterbrühl, unweit des gleichnamigen Sees und der Floßlände gelegen, entstand im 18. Jahrhundert aus einer Kalkbrennerei. 1909 baute der Architekt Josef Schrank es zu einem stattlichen Gastronomiebetrieb im Landhausstil um. Viele Jahre lang hat den Gasthof die Wirtslegende Karl-Heinz Wildmoser betrieben, der sich auch als Präsident des TSV 1860 München einen Namen machte.

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