Vor fünf Jahren verabschiedete sich Henning Venske vom Kabarett, seiner späten Berufung. Mit 46 Jahren war er 1985 ins Ensemble der Lach- und Schießgesellschaft eingestiegen. Neun Programme lang blieb er hier, danach feierte er unter anderem auch im Duo mit Jochen Busse weitere Erfolge. Freilich hatte er sich schon zuvor, als Regieassistent am Theater, als Musikjournalist, Sprecher, Moderator und Kinderbuchautor und schließlich Chefredakteur der legendären Satire-Zeitschrift Pardon den Ruf als einer der wortgewandtesten und streitbarsten Linken erworben, der oft mit Sendeverboten, Rausschmissen und Prozessen zu tun hatte. Mit 85 hat sich der bekennende Anarchist jetzt noch einen langgehegten Wunsch erfüllt: Er hat das Vor- und Nachwort einer neuen Ausgabe von Erich Mühsams „Unpolitischen Erinnerungen“ geschrieben und eine Mühsam-CD eingesprochen. Und auch mit einer Lesung „Sich fügen heißt lügen – von meiner Hoffnung lass’ ich nicht“ am 28. Juni im Lustspielhaus hält Venske die Erinnerung an den anarchistischen Dichter, Bohemien und Revolutionär der Münchner Räterepublik am Leben.
Erinnerung an Erich Mühsam Bayern, wo die Anarchisten zu Hause sind
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Der Kabarettist und Autor Henning Venske über seine Sicht auf den Freistaat und seine Verbindung zum Schriftsteller Erich Mühsam, an den er nun mit einer Lesung im Münchner Lustspielhaus erinnert.
Interview von Oliver Hochkeppel
