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Heinrich-Wieland-Straße:Störende Gäste

Klare Regeln: Parken ist erlaubt, drin dauerhaft wohnen aber nicht.

(Foto: Stephan Rumpf)

Anwohner beschweren sich über die vielen Wohnmobile

Die Heinrich-Wieland-Straße entwickelt sich in den Sommermonaten mal wieder zum Magneten für Wohnwagen und Wohnmobile. Diese werden laut der Beobachtung des Nachbarn Günther Mair dort nicht nur geparkt, sondern regelrecht bewohnt. "Die Leute campen auf dem Radweg, die Kinder spielen auf der Straße." Heißes Nudelwasser werde im Gebüsch entsorgt, ebenso der Müll. Und seit einiger Zeit rieche es dort auch nach dem Inhalt von Chemie-Klos. Der Anlieger hat sich an Politiker gewandt und immer wieder an die Polizei. Von Markus Rinderspacher, dem SPD-Landtagsabgeordneten, habe er immerhin Antwort bekommen, jedoch keinen Lösungsvorschlag. Auch die Polizei richte nicht nachhaltig etwas aus, so Mair.

An diesem Ort treffen sich die Zuständigkeitsbereiche der Inspektionen von Trudering-Riem und von Neuperlach. Bernhard Konrad, Leiter in Neuperlach, Rudolf Amon, Stellvertreter in der Messestadt Riem, und sein Verkehrssachbearbeiter Hans Amsel erklären erst einmal die Rechtslage: Abstellen darf man einen Wohnanhänger für längstens 14 Tage, ein Wohnmobil gelte als Pkw, dürfe also unbegrenzt parken, wenn es nicht explizit verboten ist. Drin leben, essen, schlafen sei jedoch etwas anderes: "Dafür gibt es Campingplätze", sagen die drei unisono. Doch jeder Autofahrer habe das Recht, mal müde zu sein und vor dem Schläfchen eine Brotzeit zu machen. Wer einmal so übernachte, habe in der Regel von der Polizei nichts zu befürchten.

Stellt derjenige aber Stühle raus, sei das eine unerlaubte Sondernutzung, die auch mit Bußgeld bewehrt sei. Doch beim ersten Mal werde man einen solchen Touristen wohl erst einmal ermahnen, nur bei Wiederholung sei ein Bußgeld fällig - das manchem aber vielleicht erschwinglicher erscheinen könne als die Campingplatzgebühr. Der eine oder andere dieser Wohnmobilisten-Camper habe auch schon die Sanitäranlagen der Asylbewerberunterkunft benutzt, aber solange die Regierung von Oberbayern als Hausherrin da nicht einschreite, könne auch die Polizei nichts tun. Da sei also insgesamt nicht viel zu machen, die Polizei übe schon Überwachungsdruck aus, könne aber aus Kapazitätsgründen gewiss keinen Posten dort abstellen.

Inspektionsleiter Konrad wundert sich über Beschwerden, denn viele Anlieger gebe es ja nicht. Hinter einer Beschwerde könne auch stecken, dass mancher "solche Leute", oftmals aus dem Balkan, nicht in der Nähe haben wolle. Mair sagt, er habe beobachtet, dass hier immer dieselben Wohnmobile stehen - und zwar auch solche mit Münchner Zulassung. Das lasse auf Menschen ohne festen Wohnsitz schließen. Wenn die Polizei käme, führen sie auf den Park-and-ride-Platz am U-Bahnhof oder den des Michaelibads - seien aber bald wieder da. Mit Nudeln und allem.