Wieder daheim Glühwein und Geschenke

Glühwein und Geschenke

Dora Holicki.

(Foto: Robert Haas)

Der Zufall hat Dora Holicki nach Straßburg verschlagen. Eigentlich hatte sie schon eine Absage von der Universität bekommen. Aber dann ist sie zufällig in der Stadt, geht zufällig in die Uni und läuft dort zufällig der Direktorin über den Weg. Die beiden Frauen kommen ins Gespräch und irgendwann stellen sie fest, dass sie auf der gleichen Schule waren: dem Münchner Theresiengymnasium. Holicki erzählt der Direktorin von der Absage. Die Direktorin sagt: Da lässt sich doch bestimmt was machen. "Richtiger Ort, richtiger Zeitpunkt", sagt Holicki, 21. Sie studiert jetzt im dritten Semester Psychologie. Auf Französisch.

Alle ein, zwei Monate fährt Holicki nach München. Sie freut sich jedes Mal darauf, wieder hierherzukommen, Straßburg ist schön, aber deutlich kleiner als München. "Hier ist einfach mehr los", sagt Holicki über ihre Heimatstadt. Seitdem sie nicht mehr hier wohnt, gefällt ihr die Stadt noch besser als früher. München sei schon immer schön gewesen, findet Holicki, aber durch den Abstand "ist es nochmal schöner geworden".

Ihre Eltern und ihr Bruder leben nach wie vor hier, die meisten ihrer Freunde sind auch hier geblieben. Viele von ihnen sieht Holicki nur noch selten, aber jedes Jahr vor Weihnachten machen Holicki und ihre Freundinnen ein Weihnachtstreffen. Sie trinken dann zusammen Glühwein und schenken sich eine Kleinigkeit. Dieses Jahr hat Holicki ein selbst gebasteltes Memory bekommen. Linus Freymark

Kleine Fluchten

"München heißt für mich nicht Heimkommen, da wohnt halt die Mama", sagt Susanne Hoffmann nüchtern. Wenn sie zurückdenkt an ihre Jugend in Schwabing, dann wollte sie eigentlich schon immer weg. Weg aus dem Max-Gymnasium zum Beispiel, wo es drauf ankam, dass man zur richtigen Clique gehört. Sie erinnert sich: "Die trugen alle Perlenohrringe, Barbour Jacken und Seglerschuhe und gingen in die gleiche Tanzschule", sagt sie. "Da kam man nur rein, wenn man eingeladen wurde."

Susanne Hoffmann mit Tochter Zoe.

(Foto: Robert Haas)

Sie wurde nicht eingeladen. Trotzdem ist sie noch eine begeisterte Tänzerin geworden, aber erst Jahre später, da lebte sie schon in Brasilien. Erst Capoeira, später Salsa. "Ich habe super viel getanzt", erzählt die 38-Jährige. Seit sie eine Tochter bekommen hat, ist es etwas weniger geworden.

Seit zehn Jahren lebt sie jetzt in Rio de Janeiro. Gekommen ist sie mit einem Stipendium, inzwischen hat sie eine Professur für Innovation und Technologiemanagement an der staatlichen Uni in Rio. Im Moment kann sie sich schwer vorstellen, zurückzukommen. Während ihrer Schwangerschaft gab es mal solche Gedanken, "aber das waren wohl die Hormone", glaubt sie.

Eigentlich wäre sie mit ihrer Familie über Weihnachten lieber am Meer, gibt Susanne Hoffmann zu. "Ich hatte schon ein bisschen Sorge, dass wir frieren werden". Aber ein paar warme Gefühle hat sie jetzt doch in München. Zum Beispiel auf dem Christkindlmarkt. "Da sind wir in der 12. Klasse schon am Vormittag hin, wenn wir eine Freistunden hatten, und haben Glühwein getrunken". Kleine Fluchten sind auch in München möglich. Julian Hans

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