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Hei:Stadt erhöht Zuschuss fürs Haus der Eigenarbeit

Handwerkern unter fachkundiger Anleitung: Auch eine Holz-Werkstatt gehört zum Haus der Eigenarbeit.

(Foto: Stephan Rumpf)

Mit 98 000 Euro in diesem Jahr kann die Einrichtung mit den offenen Werkstätten ihre Miete stemmen

Zumindest für das laufende Jahr hat sich die finanzielle Lage des Hauses der Eigenarbeit (Hei) in Haidhausen deutlich entspannt. Der Grund: Das Kulturreferat hat seine jährliche Fördersumme um 76 000 Euro auf nun etwa 98 000 Euro deutlich erhöht. "Wir können für das laufende Jahr einen soliden Haushalt aufstellen", sagt der Hei-Leiter Rainer Wirth. Das war in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall. "Wir sind sehr, sehr glücklich." Das sichere das Bestehen des Hauses in den kommenden Jahren. Außer dem Kulturreferat unterstützte auch das Referat für Arbeit und Wirtschaft die Einrichtung im vergangenem Jahr mit 58 000 Euro. Das finanziert ein Programm, das Langzeitarbeitslosen den Wiedereinstieg in das Berufsleben ermöglichen soll.

Das Hei bietet neben offenen Werkstattplätzen auch Kurse an, in denen man lernt, selbständig in den Werkstätten zu arbeiten. Die Haidhauser Einrichtung versteht sich als ein Ort der Begegnung für alle Milieus und der Selbstermächtigung. Im Sinne der Nachhaltigkeit setze das Hei der Konsumgesellschaft ein "Recht auf Reparatur" entgegen, sagt Wirth. Dass sich die Stadt auf diese Weise zum Hei bekenne, sei "ein Ritterschlag". Die zusätzliche Unterstützung entspricht etwa den für das Jahr 2019 anfallenden Mietkosten. Doch die werden bis 2022 - so lange läuft der Mietvertrag - stetig steigen. Er sei "optimistisch", sagt Wirth, dass die Mietbelastung auch in den kommenden Jahren durch das Kulturreferat aufgefangen werde. Dass die Zuschüsse angepasst wurden, geht vor allem auf Anträge der SPD im Stadtrat und im örtlichen Bezirksausschuss aus dem vergangenem Jahr zurück.

Das Hei sei seit Jahren unterfinanziert, hatte bereits Wirths Vorgängerin Veronika Stegmann im vergangenen Jahr bemängelt. Auch weil das Hei bisher hauptsächlich über das Wirtschaftsreferat gefördert wurde. Ein Topf, der die Arbeit in der Haidhauser Einrichtung nicht voll finanzieren konnte. Auch weiterhin bezuschussen sowohl das Kulturreferat als auch das Referat für Arbeit und Wirtschaft das Hei. Allerdings unter Federführung des Kulturreferats. Diese Zusammenarbeit fühle sich für Wirth wie "Zuhause" an. Mit der Umstellung bei der Finanzierung sinke der "Verwaltungsaufwand für alle Beteiligten", teilt Kulturreferent Hans-Georg Küppers (SPD) mit.