Süddeutsche Zeitung

Hasenbergl:Improvisierte Perfektion

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Laura Konjetzky gibt ein Klavierkonzert auf der Kirchen-Baustelle

Hasenbergl - Als eine "musikalische Interpretation des architektonischen Raumes", bezeichnet Dekan Felix Reuter das Klavierkonzert, das am Samstag, 2. Oktober, in der Evangeliumskirche im Hasenbergl stattfindet. "Die Besonderheit ist, dass es eine Baustelle ist", sagt er und meint den Kirchenraum, der sich seit Monaten in einem "radikalen Umbau" befindet. Einen "Umbruchsraum" nennt das die Musikerin Laura Konjetzky, die das Konzert auf einem Steinway-Flügel spielen wird. Die Pianistin will dabei ihren "künstlerisch-musikalischen Blick" auf den Kirchenraum in freier Improvisation "zum Klingen bringen".

Konjetzky hat in Basel freie Improvisation studiert; sie sei "Expertin" auf diesem Gebiet. Sie verfolge beim Spielen den "Anspruch, dass das Werk so eindrücklich ist wie eine Komposition". Dieser Wunsch nach Perfektion ist vielleicht auch darin begründet, dass das Gespielte "nur für diesen einen Anlass" gedacht ist. Es sei ein "einzigartiger Moment" - allein für diesen einen Raum und diesen einen Abend. Konjetzky betont, dass auch der Veranstaltungsort für Veränderung stehe. Die Herausforderung sei es, beim Spielen "etwas Flüchtiges", das "nicht fixiert in einem Notentext" ist, dennoch in eine Struktur zu gießen. Dazu brauche sie "unfassbare Konzentration". Es sei ihr ein künstlerisches Anliegen, dass die Zuschauer sich auf etwas einließen, von dem sie nicht wüssten, was genau es sei.

Dekan Felix Reuter blickt gespannt auf das Konzert. Die Kunst sei ein "wunderbares Ausdrucksmittel" für Umbrüche, die einerseits einen "tiefen Einschnitt" darstellten, aber auch Vorfreude auf etwas Neues weckten. Wohl im Advent nächsten Jahres werde die dann bayernweit erste Diakoniekirche wiedereröffnet. Dort sollen die Kirchengemeinde und das Evangelische Hilfswerk zusammenarbeiten, um "besser für die Menschen im Stadtviertel da zu sein", so der Dekan.

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Quelle:
SZ vom 02.10.2021
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