Die Harlem Globetrotters auf Jubiläumstour100 Jahre Basketball als große Show

Lesezeit: 3 Min.

Sport, Spaß, Artistik: Die Harlem Globetrotters begeistern ihr Publikum.
Sport, Spaß, Artistik: Die Harlem Globetrotters begeistern ihr Publikum. Mike Watters

Sie jonglieren mit Bällen, treiben Gegner und Publikum in den Wahnsinn und spielen dabei Basketball auf höchstem Niveau. Die Harlem Globetrotters gehen auf Jubiläumstour und kommen am 2. Mai in den SAP Garden in München.

Von Lena Matuschik

„Was ich an Deutschland mag? Das sollte ich vielleicht nicht sagen, aber das Bier ist wirklich gut!“, verkündet „Sweet“ Lou Dunbar bei der Pressekonferenz der Harlem Globetrotters in München. „Ich bin ein Bratwurst-Typ. Bratwurst und Bier“, fügt er mit einem lauten und markanten Lachen hinzu. Wenn „Sweet“ Lou Dunbar lacht, ist der Raum sofort gefüllt mit Energie.

Und genau das ist nach 49 Jahren auch längst in der Basketballhalle zu seinem Wiedererkennungsmerkmal geworden. Früher als Spieler der Harlem Globetrotters und heute als deren Coach, bringt er weltweit gute Laune aufs Spielfeld und die Tribüne – bald auch wieder in Deutschland, unter anderem in München. Am 2. Mai spielen die Harlem Globetrotters im SAP Garden eine Show ihrer „100 Year Tour“, die mit über 300 Spielen in 25 Ländern ihre bisher größte Tournee ist.

Die Harlem Globetrotters sind eine unübliche Basketball-Mannschaft. 1926 wurden sie von dem US-amerikanischen Unternehmer Abe Saperstein als Savoy Big Five in Chicago gegründet und später zu Harlem Globetrotters umbenannt. Aus einem einfachen Grund: Harlem stand in den 1920er-Jahren weltweit für afroamerikanische Kultur – und das Team bestand nur aus Afroamerikanern, denen zu dieser Zeit die Teilnahme am von weißen Männern dominierten Profisport verwehrt war.

Sie tourten durch die USA und siegten 1948/49 mehrmals über das damals stärkste Team, die Minneapolis Lakers. Diese Siege waren ein Wendepunkt für die Anerkennung afroamerikanischer Spieler im Profibasketball, denn nur ein Jahr später wurde Nathaniel „Sweetwater“ Clifton als erster schwarzer Basketballspieler von der National Basketball Association (NBA) unter Vertrag gestellt.

Das Team entwickelte früh das, was es so besonders macht: einen Mix aus Spitzensport und Showelementen. Eryka „Spice“ Sidney, die Anfang März mit „Sweet“ Lou Dunbar und Zavian „Sky“ Jackson einen Halt der Presse-Tournee zur anstehenden „100 Year Tour“ in Deutschland machte, erklärt es so: „Man kennt ja normales Basketball, da rennt man einfach auf dem Spielfeld hin und her. Bei uns gibt es aber so viel Fan-Engagement. Hin und wieder stoppen wir das Spiel, zeigen Tricks, Kinder kommen aufs Spielfeld und werfen Basketballbälle. Es ist einfach viel aufregender. Wir sind Botschafter des guten Willens. Wir verbreiten einfach Liebe, Licht und überbrücken die Kluft zwischen Kulturen und Basketball.“ Mehr als 150 Millionen Zuschauer und Zuschauerinnen in 124 Ländern haben ihre Spiele bereits live erlebt.

Die 28-jährige Eryka „Spice“ Sidney spielt nun ihre dritte Saison bei den Harlem Globetrotters und ist heute eine von sechs Basketballspielerinnen im Team. 1985 wurde mit Lynette Woodard die erste Frau ins Team aufgenommen. Eryka „Spice“ Sidney hofft, dass sie junge Mädchen im Publikum ermutigen kann: „Sie sollen wissen, dass egal, was sie tun, wie sie aussehen, egal, wie groß sie sind, in dieser Welt können sie alles schaffen“. Die Harlem Globetrotters haben es sich auch zur Aufgabe gemacht, Sport, Inklusion und Spaß an Kinder zu vermitteln. Das Team besucht weltweit Schulen und soziale Einrichtungen und setzt sich für Bildung und Integration ein.

100 Jahre Dribbling, Tricks und Entertainment

Seit 100 Jahren begeistern die Harlem Globetrotters also mit Tricks, Show-Einlagen und Profibasketball und spielen dabei seit den 1960er-Jahren immer gegen den gleichen Gegner, die Washington Generals. Doch wie viel professioneller Sport steckt in so einem Show-Match? Eryka „Spice“ Sidney schmunzelt bei der Frage. „Wir sind in erster Linie Basketballspieler und machen das professionell.“ Aus den Harlem Globetrotters sind auch schon NBA-Spieler hervorgegangen, Nathaniel „Sweetwater“ Clifton ist nicht das einzige Beispiel. Auch Wilt Chamberlain spielte 1958 kurz bei der Show-Mannschaft, bevor er von den Philadelphia Warriors in die NBA übernommen wurde.

Mit der weltweiten „100 Year Tour“ feiert die Basketballmannschaft in diesem Jahr nicht nur ihr hundertjähriges Bestehen, sondern auch die Spieler und Spielerinnen, die im Laufe der Jahre Teil der Mannschaft waren. „Wir feiern die Alten, so wie mich und bringen sie mit den Neuen zusammen. Jetzt als Trainer weiß ich, welche Arbeit mein Trainer damals mit mir hatte!“, scherzt „Sweet“ Lou Dunbar. Die Show anlässlich des Jubiläums ist aber nicht bloß ein Rückblick; Zuschauer und Zuschauerinnen können sich auch auf neue Elemente freuen, wie auf einen goldenen Basketball. „Was es damit auf sich hat, werdet ihr in der Show sehen“, kündigt der Coach an.

Harlem Globetrotters auf „100 Year Tour“, 2. Mai 2026, SAP Garden in München

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