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Bar Südstadt:Die "Südstadt" gerät in gute Hände

Die Südstadt ist gemeinhin als entspannte Kneipe mit Punkrockflair bekannt. Statt Bier können die Gäste nun auch guten Wein trinken.

(Foto: Robert Haas)

Die Bar hat neue Pächter - doch sie ist geblieben, was sie war: eine Art alternatives Punkrockwohnzimmer mit abgewetzten Ledersofas und Musik.

Es gibt kaum Kneipen, die so sind wie die Südstadt. Die keinerlei Anspruch haben, hip zu sein, sondern ihren eigenen Stil durchziehen; die ein Stammpublikum bedienen, das sich vielleicht anderswo nicht zuhause fühlt. Wenn eine solche Kneipe einen neuen Pächter bekommt, fängt dieses Stammpublikum erst einmal an zu zittern. Und der neue Pächter steht vor der Herausforderung, nicht zu viel zu verändern, damit sich die Leute weiterhin heimisch fühlen, und doch sanft zu modernisieren.

Die Südstadt aber gerät in gute Hände. In die von Olaf Böttcher, der seit 25 Jahren eine Kultkneipe mit nicht unähnlichem Ruf in der Ringseisstraße betreibt, das Flex. Nach zwei Wochen Renovierungszeit Anfang Juni ist die Südstadt nun wieder geöffnet. Und die Kneipe ist im Kern das geblieben, was sie ausmacht: Eine Art alternatives Punkrockwohnzimmer mit abgewetzten Ledersofas, in dem DJs spielen und ab und an Livekonzerte stattfinden.

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Die Wände sind nach wie vor tapeziert mit Ausschnitten aus Musikzeitschriften und Plattencovern, drumherum ist aber dezenter gestrichen, in gedeckten Violett- und Rottönen. Hinter der Bar prangt jetzt groß das Logo der Südstadt, ein Kompass, und die Toiletten hat ein befreundeter Spraykünstler gestaltet. Die Damen erwartet ein auseinandergerissenes Einhorn.

Viele Gäste bemerken auf den ersten Blick gar nicht, was alles neu ist in der Kneipe, weil die Wiedererkennungsmale wie die sich durch den Laden ziehende Collage geblieben sind. Auch den Kickerraum gibt es noch; zu dem Kicker soll noch eine Spieleecke mit Brettspielen einziehen und eine Dartscheibe. Die vorangegangene Wirtin Suza Schreiber hatte viele vegane Gerichte auf die Karte gesetzt, Sojagyros, Seitanrostbraten. Die neue Karte ist reduzierter, bietet aber auch den Veganern etwas.

Eine Auswahl an Snacks gibt es an den Wochenenden auch bis vier Uhr morgens, was in München eine Seltenheit ist: Currywurst, auch als vegane Variante, Nachos mit Käse und eine Auswahl an Sandwiches. Kneipenessen, aber etwas wertiger als zuvor gewohnt wolle man werden, sagt das neue Team.

Dazu gehört auch eine gute Weinauswahl, und, was in einem Laden wie der Südstadt eher nicht erwartet wird, einige Spritz-Varianten: Einer mit Lillet zum Beispiel, ein Weinbergpfirsich- oder ein Himbeerspritz (5,50 Euro). Longdrinks gibt es selbstverständlich (8,50 Euro), allerlei Schnaps- und Likörvarianten wie das "Maikäferflugbenzin" nach Geheimrezept aus 16 Kräutern (3,50), Graf-Arco-Bier vom Fass (0,5 für 3,50 Euro). Die Spritzvarianten wären an einem schönen Sommertag natürlich draußen am besten aufgehoben, eine Freischankfläche ist beantragt. Mit dieser Neuerung, sollte sie kommen, dürfte auch das Stammpublikum keine Probleme haben.

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