Hans Söhnker – für das deutsche Fernsehpublikum Anfang der Siebzigerjahre war er Zirkusdirektor Kogler in der supererfolgreichen ARD-Serie „Salto Mortale“. Die Artisten-Saga wurde überwiegend im Viermastzelt des Münchner Circus Krone gedreht. Was damals wohl die wenigsten wussten oder wissen wollten: Der einstige Ufa-Star Söhnker, der in den Dreißigerjahren einen Unterhaltungsfilm nach dem anderen drehte, im Propaganda-Machwerk „Blutbrüderschaft“ 1941 die Hauptrolle spielte und auf Goebbels sogenannter Gottbegnadeten-Liste stand, hatte während der NS-Diktatur sein Leben riskiert, um verfolgte Juden zu retten.
Ausstellung im Gärtnerplatztheater in MünchenWie Künstler im Nationalsozialismus verfolgte Juden retteten
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Er versteckte verfolgte Juden in seinem Wochenendhaus: Schauspieler Hans Söhnker, hier im Film „Und Du mein Schatz fährst mit“ von 1937. Von der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem wurde er posthum 2018 als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt.
Scherl/Süddeutsche Zeitung PhotoDer Schauspieler Hans Söhnker und der Komponist Gottfried von Einem haben jüdischen Menschen unter Lebensgefahr geholfen. Eine Ausstellung in München erzählt von den „Gerechten unter den Völkern“.
Von Jutta Czeguhn
