Noch gibt es in München Menschen, die aufgeschlossen sind für eine weltoffene, urbane Kultur, und für diese Leute hat Hans Gruß, der Direktor des Deutschen Theaters, eine besondere Attraktion parat: Josephine Baker. Gruß hat sie für die Zeit vom 16. bis 20. Februar 1929 gebucht. Ja, wirklich, die Baker soll in München tanzen – Josephine, die „schwarze Venus“, der Star der Pariser Folies Bergère, die Revuekünstlerin, der halb Europa zu Füßen liegt, und die, wenn sie mit einem Bananenröckchen oder noch weniger bekleidet zu verwegenen Jazzrhythmen über die Bühne fegt, in bildungsbürgerlichen Herren erotische Fieberträume weckt.
Show-König Hans GrußDer Mann, der Josephine Baker nach München holen wollte
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Während in den 1920er-Jahren in München der Nationalsozialismus erstarkt, lässt Hans Gruß, der „König im Münchner Showgeschäft“, im Deutschen Theater einen Hauch von Moderne und Frivolität durch die Stadt wehen. Doch er stößt an Grenzen.
Von Wolfgang Görl
