Was für ein düsterer Traum! Ein Gefangener erhebt sich von seinem Barackenlager, schwebt in die Freiheit, wandert durch eine Stadt in Trümmern und entdeckt einen armseligen Jahrmarkt, den „Rummelplatz des Glücks“. Dort klettert er auf ein Karussell mit unterschiedlichsten Figuren. Und erblickt von ganz oben, während er sich mitdreht, einen hellroten Streifen am Horizont: „War es schon der beginnende Tag oder war’s der Brand, neuer blutiger Brand von fernen Städten, oder war’s das Feuer des Weltgerichts?“
Hanne Lenz’ ErzählungenDie Schriftstellerin, die keine werden konnte
Lesezeit: 5 Min.

Sind die frühen Erzählungen von Hanne Lenz eine „Jugendsünde“, wie sie selbst später meinte? Mitnichten.
Hermann-Lenz-StiftungHanne Lenz stand zeitlebens im Schatten ihres Ehemanns, des Schriftstellers Hermann Lenz. Der Erzählband „Das Nachtkarussell“ führt vor Augen, dass in ihr ebenfalls viel literarisches Potenzial steckte.
Von Antje Weber
