Wohnungen statt Sendlinger Handwerkerhof:Gewerbe auf dem Rückzug

Das Quartier an der Steinerstraße/Flößergasse wandelt sich weiter vom Gewerbe- zum Wohngebiet. Auf einem derzeit noch als Handwerkerhof genutzten 5046-Quadratmeter-Grundstück an der Flößergasse plant die München-Bau einen gemischten Wohn- und Gewerbekomplex mit 12 200 Quadratmetern Geschossfläche. Die Lokalbaukommission (LBK) hat einen Vorbescheid über eine Bebauung mit rund 85 Wohnungen genehmigt, die etwa 60 Prozent der Geschossfläche ausmachen. Der Rest entfällt auf Gewerbenutzung.

Das Areal an der Flößergasse 8 schließt nördlich an die zuletzt durch die Neuhof-Schulen genutzten Flächen an der Steinerstraße 16 und 18 an, wo der Grünwalder Bauträger unter dem Projektnamen "Steinerei" derzeit 288 Wohnungen errichtet. Der Sendlinger Bezirksausschuss hatte die Bebauung dieses 7900 Quadratmeter großen Grundstücks kritisiert - zum einen an die Adresse des Bauherren gerichtet, da dieser einfallslose "Schuhschachtel" plane, aber auch an die Stadt, weil diese es abermals versäumt habe, ihr Konzept der Sozialgerechten Bodennutzung (Sobon) über einen Bebauungsplan durchzusetzen.

Das planungsrechtliche Instrument für mehr bezahlbaren Wohnraum wird wohl auch auf dem nördlichen Grundstück nicht angewandt - schon gar nicht in Form eines "sektoralen Bebauungsplans" nach dem neuen "Baulandmobilisierungsgesetz", der noch einmal höhere Sobon-Quoten ermöglichen würde. Wie die LBK mitteilt, könne diese neuartige Form des Bebauungsplans wegen des bereits erteilten Vorbescheids nicht mehr aufgestellt werden, ohne dass dem Bauherren Schadenersatz zustünde.

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