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Handel:Kultur und Kulinarik im Blumenladen

Große Pläne für ein kleines Haus: Die SPD will den Blumenladen am Grünen Markt als Imbiss und als Mini-Kulturcafé nutzen.

(Foto: Stephan Rumpf)

Die Berg am Laimer wollen den Kiosk am Grünen Markt als kleines Zentrum sichern

Die Entscheidung, das Kulturbürgerhaus für Berg am Laim an der St.-Michael-Straße und nicht im Zentrum am Grünen Markt zu bauen, muss nach Meinung des Bezirksausschusses flankiert werden von zwei wichtigen Maßnahmen. Zum einen brauchen die Krautgärtner, die dem Kulturhaus weichen müssen, dringend eine Ersatzfläche. Zum anderen braucht das Zentrum, wo das Kulturbürgerhaus aus Lärmschutzgründen und wegen der etwas beengten Verhältnisse nicht entstehen kann, dennoch wenigstens ein bisschen Kultur. Die Möglichkeit dafür sehen die Stadtteilpolitiker in dem winzigen Blumenladen, der nach Auslaufen des Pachtvertrages in einem Jahr für "Kultur und Kulinarik" genutzt werden solle.

Die Hobby-Gärtner sollten möglichst bis zum Baubeginn auf ihren Parzellen bleiben und dann einen anderen Standort in der Nähe zugewiesen bekommen, forderte die SPD. Der Bezirkssausschussvorsitzende Robert Kulzer (SPD) berichtete, dass die Sprecherin der Krautgärtner sich für die Zukunft auch eine Kooperation mit dem Kulturbürgerhaus vorstellen könnte. Gemeinsam mit der Stadt will man nun eine Fläche suchen. CSU-Sprecher Fabian Ewald erklärte, der Antrag sei "inhaltlich unstrittig", er sei jedoch erstaunt, dass dieser überhaupt gestellt werde - habe er doch gedacht, das Thema sei ohnehin bereits aufgegriffen. Auch den anderen Antrag hatte die SPD eingebracht: Das kleine Blumenhäuschen am Rand des Grünen Marktes, das der Stadt gehört, solle nach Ablauf der Zwischennutzungsfrist "als Ersatz für das Kulturbürgerhaus" dienen, heißt es da, denn mit dem Beschluss, das Kulturhaus auf der grünen Wiese am Rand des Michaeliangers zu bauen, "schwindet der Traum, einen lebedingen und prominenten Platz in Berg am Laims Zentrum" zu schaffen. So formulieren es die Antragsteller Thorsten Bötzow und Serhat Sevengül. "Nur eine Symbiose aus Kultur und Kulinarischem" würde der Berg am Laimer Vorstellung für diesen zentralen Platz gerecht. Man wolle eben "ein echtes Zentrum" wie andere Viertel auch.

In der weiteren Diskussion wurde deutlich, dass sich die SPD hier einen kleinen Imbiss wünscht, der den Platz belebt und vielleicht auch Kultur ermöglicht. Worin genau diese bestehen könnte, wurde jedoch nicht vertieft. Wichtig erschien dem Vorsitzenden Robert Kulzer, dass mit dem Häuschen ein "unbürokratischer Zugang zu Wasser und Strom" für Festveranstaltungen gesichert wäre. Angela Buckenauer (CSU), die ihren Frisörladen direkt daneben betreibt, erklärte aber, die Blumenfrau wolle den Pachtvertrag nicht verlängern, sie habe ihr vielmehr anvertraut, dass der kleine Laden so morsch sei, dass dort sogar die Blumen über Nacht eingehen: "Die Menschen werden da vielleicht krank", gab Buckenauer zu bedenken. Kulzer jedoch erklärte, dass die Stadt Geld für die Renovierung investieren könne. Geredet wurde auch noch über Toiletten: Öffentliche seien hier unerwünscht. Anstatt bei Festen immer wieder mobile Häuschen zu mieten, wäre es besser, wenn ein Wirt seine Klos bei Festen gegen Gebühr benutzen lasse.

© SZ vom 27.12.2017

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