Münchner Innenstadt Die Stadt will den Max-Joseph-Platz für Busse sperren

"Halten verboten" könnte es bald für Reisebusse vor Residenz und Nationaltheater heißen.

(Foto: Robert Haas)
  • Die Stadt will offenbar den Max-Joseph-Platz für den Busverkehr sperren.
  • Das könnte ein erster Schritt sein, um den Platz komplett vom Straßenverkehr zu befreien.
  • Die Debatte darum wird schon seit mehr als zwei Jahrzehnten geführt.
Von Christian Krügel

Der Max-Joseph-Platz ist für viele einer der schönsten und hässlichsten Plätze in der Altstadt zugleich. Mit Nationaltheater, Residenz und der früheren Residenzpost ist er ein architektonisches Schmuckstück - das Autofahrern aber als Zufahrt zur Tiefgarage, den Lenker von Reisebussen als Umkehrschleife und Haltestelle dient. Der Blick auf die klassizistischen Fassaden ist so meist verstellt von Bussen, Taxis und Limousinen. Seit mehr als 20 Jahren kreist daher die Debatte, wie der Platz verkehrsfrei zu bekommen ist.

Ein erster Schritt dafür könnte nun schneller realisiert werden, als viele erhofft hatten. Denn die Stadt plant offenbar, den Busverkehr auf dem Max-Joseph-Platz künftig zu verbieten. Das geht aus einer Antwort des Planungsreferats an Richard Quaas, den kulturpolitischen Sprecher der CSU-Stadtratsfraktion, hervor. Demnach sollen Reisebusse und Stadtrundfahrten gar nicht auf den Platz fahren dürfen. Busse, die abends Gäste zum National- oder Residenztheater bringen, sollen nur noch in der Alfons-Goppel-Straße auf der Rückseite der beiden Häuser halten dürfen.

Reisebusse sollen sogar nur noch am Karl-Scharnagl-Ring stoppen und Fahrgäste aus- und einsteigen lassen. Die Maximilianstraße Richtung Staatsoper wäre für sie dann komplett gesperrt. Bis zu einer endgültigen Entscheidung über die Gestaltung des Max-Joseph-Platzes solle auf dem gesamten Areal eine Fußgängerzone geschaffen werden, die für Radler frei ist. Für Autofahrer solle nur noch die Zufahrt zur Parkgarage offen bleiben. "Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität auf dem Platz zu erhöhen und ihn städtebaulich aufzuwerten", heißt es in dem Schreiben des Planungsreferats an CSU-Stadtrat Quaas.

Der spricht von einem völlig überraschenden "Durchbruch" und einem "Erfolg für das Stadtbild und für ganz München". Tatsächlich hatte sich in den vergangenen Jahren selbst die Staatsoper vergebens für einen neugestalteten und autofreien Max-Joseph-Platz eingesetzt und dazu Arbeiten von Architektur-Studenten präsentiert. Doch eine Umsetzung schien in weiter Ferne, weil die Tiefgarage und ihre Zufahrt den städtischen Verkehrsplanern Sorgen bereitete. Eine Sperrung des Platzes für den Busverkehr sei nun ein entscheidender Schritt, so Quaas. Zwar nennen die zuständigen Referate noch keinen Zeitplan. "Aber das muss nicht Monate dauern. Das könnte man auch kurzfristig machen", sagt der Stadtrat.

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