Die bislang eigenständige Redaktion des kostenlosen Stadtblatts Hallo München wird aufgelöst. Den Beschäftigten wurde zum 28. Februar 2026 gekündigt, erfuhr die SZ aus dem Kreis der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Künftig übernimmt die Zentralredaktion von Münchner Merkur und tz sämtliche Inhalte – das bestätigte Geschäftsführerin Alexandra Gipser der SZ. Zu den Kündigungen äußerte sie sich nicht. Für die Leserinnen und Leser solle sich jedoch nichts ändern.
„Wir wandeln die Organisation, nicht das Angebot“, sagt Gipser. „Die Marke Hallo München bleibt bestehen – mit allen bekannten Stadtteil-Ausgaben.“ Auch der Erscheinungstag bleibe weiterhin der Samstag. Der einzige Unterschied sei, so Gipser, dass man „die Inhalte innerhalb unserer Mediengruppe bündelt und nun den Content von Merkur und tz bezieht“. So wolle man Synergien nutzen und „sinnlose doppelte Arbeit vermeiden“.
Hinter Hallo München steht die Mediengruppe Ippen. Der Verbund des Verlegers Dirk Ippen kontrolliert bundesweit zahlreiche Regional- und Lokalzeitungen. Hallo München war im März 2006 erstmals erschienen und versteht sich als kostenlos verteilte Stadtzeitung mit starkem Fokus auf Stadtteil- und Bezirksberichterstattung, Porträts von Münchner Persönlichkeiten sowie lokale Bau- und Nachbarschaftsprojekte. Die Gesamtauflage umfasst nach Angaben des Unternehmens gut 600 000 Exemplare.
Der Schritt zeigt, wie stark der wirtschaftliche Druck auf Wochen- und Stadtzeitungen inzwischen geworden ist – auch in einer Metropole wie München. Hallo München bleibt zwar als Produkt bestehen, doch die Redaktion dahinter verschwindet offenbar.
Ein ähnlicher Strukturwandel hatte bereits die tz getroffen: Das Boulevardblatt wurde 1968 als Ableger des Merkur gegründet und 1982 von Dirk Ippen übernommen. Im Juni 2016 teilten beide Titel mit, ihre Lokalredaktionen für München zusammenzulegen, um „das lokale Angebot beider Titel nachhaltig weiter zu verbessern“. 2018 folgte die Gründung der gemeinsamen „Merkur tz Redaktions GmbH“, unter deren Dach beide Redaktionen seither formal arbeiten. Künftig werden im Pressehaus an der Bayerstraße also nicht mehr zwei, sondern gleich drei Zeitungen aus einer gemeinsamen Redaktion beliefert.

