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Haidhausen:Zu wenige Radler

Maria-Theresia-Straße wird vorerst keine Fahrradstraße

Von Patrik Stäbler, Haidhausen

Die Maria-Theresia-Straße in Haidhausen wird zumindest vorerst nicht als Fahrradstraße ausgewiesen. Einen entsprechenden Antrag des Bezirksausschusses (BA) Au/Haidhausen hat die Stadtverwaltung abgelehnt. Das Kreisverwaltungsreferat verweist dabei auf die zu geringe Zahl von Radlern in der Maria-Theresia-Straße, die eine Umwidmung zur Fahrradstraße nicht rechtfertigen würde. Diese Begründung sei "völlig aus der Zeit gefallen", kritisiert BA-Vorsitzender Jörg Spengler (Grüne). Es sei doch gerade das Ziel von Fahrradstraßen, mehr Menschen für das Fahrrad zu begeistern. "Bei den verkehrspolitischen Entscheidungen der Stadtverwaltung könnte man meinen, dass es die Bürgerentscheide zur Verbesserung der Luft 'Sauba sog I' und zur Förderung des Radverkehrs 'Radentscheid' nie gegeben hat", so Spengler.

In seinem Antrag vom Dezember 2019, der auf Initiative der SPD-Fraktion gestellt worden war, hatte der BA auf die vielen Radfahrer verwiesen, die parallel zu der Maria-Theresia-Straße unterwegs seien - und zwar regelwidrig in den Maximiliansanlagen, wo das Radfahren untersagt ist. Dies bestätigt auch das Kreisverwaltungsreferat. Dessen Arbeitsgruppe Fahrradstraße bezweifelt jedoch, dass eine Ausweisung der Maria-Theresia-Straße als Fahrradstraße zu einer "deutlichen Verlagerung" des Radverkehrs aus dem Park führen würde. Grund hierfür sei der "für den Radverkehr derzeit noch nicht optimale Anschluss am Europaplatz", so das Kreisverwaltungsreferat. Sollte die geplante Umgestaltung des Platzes jedoch zu mehr Radverkehr in der Maria-Theresia-Straße führen, könnte diese doch noch zur Fahrradstraße werden.

© SZ vom 14.10.2020

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