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Haidhausen:Platz für Sportler und Obdachlose

Bezirksausschuss finanziert weitere Tischtennisplatte auf der Postwiese

Von Patrik Stäbler, Haidhausen

Der Bezirksausschuss (BA) Au-Haidhausen stellt 5000 Euro zur Verfügung, um auf dem Spielplatz an der Postwiese eine neue Tischtennisplatte aufzustellen. Zwar gibt es in der dortigen Grünanlage bereits drei Platten, jedoch sind diese veraltet. Zudem halten sich auf den umliegenden Sitzbänken oftmals Obdachlose und Trinker auf. Der Entscheidung im BA vorausgegangen war die Beschwerde einer Bürgerin, die von Lärm, Streitigkeiten, Drogen und übermäßigem Alkoholkonsum rund um die Tischtennisplatten an der Postwiese berichtet hatte. Daraufhin suchte Eva-Maria Lankes (Grüne), die Vorsitzende des Unterausschusses Soziales, das Gespräch mit dem Allparteilichen Konfliktmanagement (Akim) der Stadt. Dort seien die Berichte der Bürgerin und die "schwierige Situation" an der Postwiese bestätigt worden. Aktuell verfüge Akim jedoch "leider nicht über Kapazitäten, hier tätig zu werden".

In der Folge sei bei einem Ortstermin die Versetzung der bestehenden Tischtennisplatten geprüft worden, berichtete der BA-Vorsitzende Jörg Spengler (Grüne). Dies sei jedoch nicht möglich. Er beantragte daraufhin den Bau einer neuen Platte, finanziert aus dem BA-Budget. Ohnehin sei er der Meinung, sagte Spengler mit Blick auf die Bürgerbeschwerde, "dass wir auch diesen Menschen irgendwo einen Raum bieten müssen. Und an dieser Stelle ist es nicht ganz verkehrt." Ähnlich äußerte sich Eva-Maria Lankes: "Wir wollen diesen Raum als Rückzugsort für Menschen erhalten, die auch Rechte haben." Derweil regte Ulrike Goldstein (Grüne) an, sich die Postwiese einmal im Ganzen und gemeinsam mit Experten anzuschauen. "Die Postwiese ist ein großer sozialer Brennpunkt", betonte sie. "Da gibt's nicht nur die Tischtennisplatte, die man besser gestalten kann."

© SZ vom 22.12.2020
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