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Dok-Fest:Zwischen den Zeiten

Sprengung des Agfa-Hochhauses in München-Giesing, 2008

Am Anfang war der Knall: 2008 wurde das Agfa-Hochhaus an der Tegernseer Landstraße gesprengt.

(Foto: Claus Schunk)

Beim Dok-Fest im Gasteig wird am Sonntag der Film gezeigt, der den Wandel des Agfa-Geländes in Giesing veranschaulicht. Eine Podiumsdiskussion widmet sich anschließend den Folgen dieses tief greifenden Umbruchs.

Das Dok-Fest bringt erstmalig den Dokumentarfilm "Zeitenwende in Giesing" aus dem Stadtteil auf eine überregionale Bühne. Am Beispiel des Agfa-Geländes in Giesing macht der Film die Entstehung eines neuen Quartiers auf einer Konversionsfläche in all ihren Facetten erlebbar. Bei der anschließenden Podiumsdiskussion können sich Interessierte mit den Filmemachern sowie Akteuren aus der Stadtplanung und Politik austauschen. Termin der Veranstaltung ist Sonntag, 13. Mai, von 14 bis circa 16.30 Uhr im Carl-Amery-Saal des Gasteigs.

"Zeitenwende in Giesing" zeigt in gut 50 Minuten den Wandel des ehemaligen Agfa-Geländes vom Industrieareal zum Wohn- und Gewerbequartier in der Gegenwart. Mit viel Fingerspitzengefühl zeichnen die Filmemacher Morgane Remter und Max Plettau das Bild der Veränderung und der Entstehung neuen Quartierslebens. Stimmen von ehemaligen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Firma Agfa, von Baubeteiligten, Vertretern der Stadt München sowie von Giesingern beleuchten verschiedene Perspektiven zum städtebaulichen Wandel.

Heute präsentieren sich die Bauten als nüchterner Akzent im Viertel.

(Foto: Stephan Rumpf)

Archivmaterial aus den 1920er bis 1990er Jahren zur Firma Agfa, zu Obergiesing und München ermöglicht einen Blick noch weiter zurück. Der Film ist zwischen 2007 und 2017 im Rahmen der Sozialen Stadt Giesing - einem Bund-Länder-Programm der Städtebauförderung - entstanden.

Die Entstehung neuer Wohn- und Gewerbequartiere auf ehemaligen Industrie-, Militär- oder Verkehrsflächen inmitten gewachsener Stadtteile ist in der Landeshauptstadt München aktueller denn je. Zu beobachten war und ist dies an vielen Stellen - vom Paulaner-Gelände über den Prinz-Eugen-Park und die Bayernkaserne bis zur Alten Messe.

Das Dok-Fest bringt das stadtentwicklungspolitische Thema am Beispiel Giesing nun auf eine überregionale Bühne. "Zeitenwende in Giesing" beschreibt sehr facettenreich und im Zeitverlauf von zehn Jahren den Entwicklungsprozess. Dieser Langzeit-Blick aus verschiedenen Perspektiven regt nicht nur zum Nachdenken an, sondern bietet auch Anknüpfungspunkte für einen übergeordneten Diskurs.

Im Anschluss an die Filmvorführung findet eine Podiumsdiskussion in Kooperation mit der Sozialen Stadt Giesing sowie dem Münchner Forum statt. Kann man die Entwicklung in Giesing auf andere Stadtteile übertragen, was lässt sich daraus lernen? Unter Moderation von Tom Soyer (Süddeutsche Zeitung) diskutieren: Carmen Dullinger-Oßwald (Vorsitzende des Bezirksausschusses Obergiesing-Fasangarten), Ulrike Klar (Referat für Stadtplanung und Bauordnung), die Regisseurin Morgane Remter, Bernadette Felsch (Leiterin des Arbeitskreises "Wer beherrscht die Stadt?" des Münchner Forums) sowie Anna Canins (Stadtteilmanagerin der Sozialen Stadt Giesing).

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