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Haidhausen:Nächster Versuch

Radweg Orleansstraße

Hartnäckig: Trotz Kritik auch aus den eigenen Reihen beantragt eine Mehrheit der Grünen im Bezirksausschuss breite Radwege an der Orleansstraße. Diesmal geht es um den Abschnitt zwischen Ostbahnhof und Balanstraße.

(Foto: Florian Peljak)

Radwege an der Orleansstraße westlich des Bahnhofs gefordert

Von Patrik Stäbler, Haidhausen

Im östlichen Teil der Orleansstraße ist der Bezirksausschuss (BA) Au-Haidhausen mit seiner Forderung nach einem Radweg vom Haidenau- zum Orleansplatz bereits abgeblitzt. Nun nimmt das Gremium mit demselben Anliegen den westlichen Abschnitt zwischen Ostbahnhof und Balanstraße ins Visier. Laut einem Antrag der Grünen, der mehrheitlich beschlossen wurde, fordert der BA dort beidseitig Radwege, die den Kriterien des Radentscheids München entsprechen. Überdies sollen die Kreuzungen an der Balanstraße und der Rosenheimer Straße fahrradfreundlich umgebaut werden. Die Stadtverwaltung werde gebeten, heißt es im Antrag, "diesen Abschnitt in eines der nächsten Maßnahmenpakete des Radentscheids aufzunehmen und zur Not auch schnell umzusetzende Pop-up-Radwege in Erwägung zu ziehen".

Mit dem Radverkehr auf der Orleansstraße hat sich der BA in der Vergangenheit mehrfach beschäftigt. Zuletzt forderte das Gremium, vom Haidenau- in Richtung Orleansplatz eine der zwei Fahrspuren für einen Radweg zu opfern. Dies hatte die Stadt aber abgelehnt und als "langfristige" Lösung auf den geplanten Zweirichtungs-Radweg auf der Südseite der Orleansstraße verwiesen, der im Zuge des Bauprojekts Orleanshöfe entstehen soll. "Bei dieser Sache sieht's ganz gut aus", sagte der BA-Vorsitzende Jörg Spengler (Grüne). "Jetzt müssen wir schauen, dass wir auch auf der anderen Seite vernünftige Radwege hinkriegen."

Kritik an dem Antrag kam von Andreas Micksch (CSU). Er argumentierte, dass ein Radweg mit der geforderten Mindestbreite an dieser Stelle nicht möglich sei, "ohne dass der ÖPNV massiv belastet und eingeschränkt wird". Und Ulrike Goldstein (Grüne) warnte, dass bei einer Realisierung der Pläne wahlweise der Gehweg verkleinert oder etliche Bäume gefällt werden müssten. Derweil gab Heinz-Peter Meyer (SPD) zu bedenken, dass das städtische Planungsreferat ohnehin eine Überplanung der Orleansstraße angekündigt habe. "Deshalb sollte man das abwarten." Anders sah dies Jörg Spengler, der zugleich Radbeauftragter des BA ist: "Ich denke, wir sollten schon jetzt klar sagen, was wir wollen." Dieser Ansicht war auch die Mehrheit im Gremium, die den Antrag bei fünf Gegenstimmen aus der CSU und von Goldstein befürwortete.

© SZ vom 20.04.2021
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