Haidhausen Langes Warten auf eine gute Lösung

Die Spielplätze auf dem Johannisplatz werden grundlegend neu gestaltet, 2021 soll der Umbau vollendet sein

Von Johannes Korsche, Haidhausen

Dass der Johannisplatz mit seinen Spielplätzen saniert und verschönert werden soll, glaubte fast schon keiner mehr - so lange warten die Haidhauser bereits darauf. Seit dem Informationsabend am Dienstag ist aber klar: Die Sanierung des vielgenutzten Platzes kommt tatsächlich. Und, auch das ist seither klar, das Warten könnte sich gelohnt haben. Denn der vom Baureferat vorgestellte Plan traf auf große Zustimmung bei den etwa 20 Haidhausern, unter denen auch mehrere Stadtteilpolitiker der SPD- und CSU-Fraktionen des Bezirksausschusses waren.

Zwar gab es im Detail noch kleinere Anmerkungen, zum Beispiel zur Gestaltung der Sitzplätze und dem Fehlen einer öffentlichen Toilette, aber: "Mit dem Ergebnis können wir uns sehen lassen", resümierte Wolfgang Mesenich, Leiter der Planungsabteilung Gartenbau beim Baureferat. Im Frühjahr 2021 sollen die Bauarbeiten auf dem Johannisplatz beginnen und noch im selben Jahr, so der Zeitplan, könnten die Kinder wieder auf dem Johannisplatz spielen. Die Sanierung wird, so Mesenisch, mehr als eine Million Euro kosten.

Ob Basketballplatz oder Sandspielplatz: Im Schatten der Kirche Sankt Johann Baptist werden alle Spielgeräte ausgetauscht.

(Foto: Robert Haas)

In seiner Struktur bleibt der Johannisplatz, der die Kirche Sankt Johann Baptist umschließt, nahezu unverändert. Wer von der Kirchenstraße kommt, also auf den nördlichen Teil des Platzes tritt, findet nach derzeitiger Planung auf der rechten Seite nach wie vor drei Sandspielplätze für unterschiedliche Altersgruppen. Die Drei- bis Sechsjährigen bekommen demnach ein Würfelhaus aus Holz und der Spielbereich für die Sechs- bis 14-Jährigen neben einem Spielhaus mit Rutsche auch eine sogenannte Sechs-Eck-Schaukel, bei der, wie der Name schon sagt, sechs Kinder gleichzeitig schaukeln können. Dazwischen soll ein Wasserspielplatz angelegt werden. Der hügelige und bewachsene "Kinderwald" hinter diesen Spielplätzen, in Richtung der Trambahnhaltestelle, wird wohl erhalten bleiben. Allerdings soll dort das Spielen im Grünen mit Balken zum Balancieren spannender werden.

Ein wiederkehrendes Element werden Sitzkanten aus Beton sein, die die Spielbereiche umranden und zugleich in einer Art Taschenform von einander trennen. Diese sollen einerseits zum Ablegen von Schultaschen und zum Sitzen dienen, sagte der planende Landschaftsarchitekt Johannes Niehoff. Teilweise werden die Sitzbereiche mit Holzauflagen und Rückenlehnen ausgestattet. In den Augen von Adelheid Dietz-Will (SPD), Vorsitzende des Haidhauser Bezirksausschusses, seien die Sitzkanten zum langen Sitzen zu unbequem, sie wünschte sich daher mehr Sitzlehnen. Niehoff "kann das gut nachvollziehen", wie er sagte, und sicherte zu, dass die Anzahl und Verteilung der komfortableren Rücklehnen noch "frei diskutierbar" sei.

Die Spielplätze sind in die Jahre gekommen.

(Foto: Catherina Hess)

Kritisiert wurde auch der Vorschlag für den Tischtennisbereich entlang der Kirchenstraße. Eigentlich hatte Niehoff vorgesehen, von derzeit drei auf zwei Tischtennisplatten zu reduzieren. Auf diese Weise wollte er mehr Platz für die Kinder schaffen, die dort regelmäßig Hockey spielen. Mehrere Haidhauser aber wiesen darauf hin, dass bereits jene drei Platten eigentlich nicht genug seien. Es sollten daher auch künftig "mindestens drei Tischtennisplatten" vorhanden sein.

Zumal für die hockeyspielenden Kinder künftig auf einem großen Asphaltplatz gegenüber den Sandspielplätzen - dort, wo sich heute Basketballer und Fußballer eine Fläche teilen, - ausreichend Raum sein dürfte. Denn dieser Bereich wird nach Planung zweigeteilt: in einen etwa 400 Quadratmeter großen Platz mit Basketballkörben, auf dem daneben noch genügend Platz zum Hockeyspielen bleiben dürfte. Und in ein "Mini-Spielfeld" mit Körben und Fußballtoren, das etwa 20 auf 13 Meter messen wird. Ballfangzäune sollen verhindern, dass der Fuß- oder Hockeyball auf der Straße landet.

Der gesamte Platz wird neu gestaltet.

(Foto: Robert Haas)

Insgesamt wird der gesamte nördliche Teil des Johannisplatzes ebenerdig sein. Das bedeutet, dass die kleinen Kletterhügel, die derzeit noch in dem Gehweg zur Kirche platziert sind, abgebaut werden. Dafür sind in den Boden eingelassene Trampolins und ein "Holzdeck" mit Bäumen oder Sträuchern in der Mitte und umlaufender Sitzkante geplant. Das Holzdeck soll als Sitzinsel den Asphaltplatz auf der einen und die Sandspielplätze auf der anderen Seite miteinander verbinden.

Auf der anderen Seite der Kirche, also dem südlicheren Teil des Platzes, sind schon heute Spielgeräte aufgestellt, die sich vor allem an Kleinkinder bis zu drei Jahren richten. Zwar sind diese Spielhäuser noch recht neu, aber auch sie werden abgebaut - und aufgrund des neuwertigen Zustands an anderer Stelle in München wiederverwendet, so das Baureferat. Dort sollen unter anderem eine Hängematte, ein Zwergenhügel zum Klettern und neue Holzhäuser aufgebaut werden. Wie schon bei den nördlicheren Spielplätzen werden Sitzkanten den Spielbereich umranden. Außerdem ist dahinter ein "Pflanzenlabyrinth" für die Kleinen vorgesehen.