Haidhausen:In München haben selbst Grundschüler schon Parkplatzprobleme

Grundschule in München, 2017

Eigene Abstellmöglichkeiten für Tretroller gibt es nur an wenigen Grundschulen. Lokalpolitiker wollen das ändern.

(Foto: Florian Peljak)
  • Viele Grundschüler kommen mit dem Tretroller zum Unterricht. Vor den Schulen finden sie aber meist keine speziellen Parkplätze, das führt oft zu Chaos.
  • Lokalpolitiker fordern nun neben Fahrradständern auch eigene Ständer für Roller.
  • Die Roller könnten auch zusammengeklappt und im Klassenzimmer verstaut werden, doch das ist an den meisten Schulen nicht erlaubt. Und mit dem Fahrrad dürfen die meisten Grundschüler noch nicht fahren.

Von Johannes Korsche

In München zu pendeln, macht keinen Spaß, zumindest mit dem eigenen Fahrzeug. Stau auf dem Mittleren Ring und ewiges Parkplatzsuchen sind so gut wie unausweichlich. Letzteres Problem kennen selbst die kleinsten Pendler in der Stadt bereits: die Grundschüler, die mit ihren Tretrollern zur Schule fahren. Täglich drängen sie sich zu Hunderten durch die Stadt. An den Schulen angekommen, finden die Schüler aber keine speziellen Parkplätze für ihre Fahrzeuge.

Die Folge: Die Tretroller werden vor der Schule "wild geparkt", wie es ein SPD-Antrag im Haidhauser Bezirksausschuss (BA) nennt. Die Haidhauser Lokalpolitiker fordern deswegen, vor Grundschulen, Haupt- beziehungsweise Mittelschulen und Kindertagesstätten neben Fahrradständern auch Ständer für Tretroller aufzustellen.

Zwar könnte man die Roller auf ein handliches Maß zusammenklappen und eigentlich platzsparend im Klassenzimmeraufbewahren. Doch was im Bus hilfreich sein mag, ist an den meisten Schulen nicht erlaubt. Die Roller müssen in der Regel draußen bleiben. So auch bei der Grundschule an der Kirchenstraße, die der Antrag als Beispiel für das Park-Chaos nennt. Zudem führe "der Wunsch nach Absicherung der Tretroller" zu einer "Bündelung" an bestimmten Orten, heißt es in dem Antrag. Denn jeder versuche, eine Stelle zu finden, an der man den Tretroller anketten kann. Deswegen sei es "zwingend erforderlich", vor den Schulen "ordnend einzugreifen".

Dass so viele Grundschüler mit dem Tretroller fahren, liegt nicht nur an der Beliebtheit des Fahrzeugs. Viele Schulen verbieten es den Kindern, mit dem Rad zum Unterricht zu kommen, bevor sie die Fahrradprüfung abgelegt haben - und die findet in der Regel erst in der vierten Klasse statt.

Ständer für Tretroller stoßen bei den Stadtteilpolitikern durchweg auf Zustimmung. Einzig der stellvertretende BA-Vorsitzende Andreas Micksch (CSU) stimmt gegen den Antrag. In seinen Augen ist es verkehrt, "überall im öffentlichen Raum nur noch Ständer" aufzustellen. Schließlich stelle man schon welche für die Fahrräder auf, der Platz sei eben begrenzt. Seine Kollegen im BA sehen darin kein Problem. Tilla Meyer (SPD) wünscht sich vor jeder Schule Abstellmöglichkeiten für Tretroller. Sie berichtet von der Grundschule in Berg am Laim: Dort habe jeder Schüler - ähnlich wie bei einem personalisierten Spind - einen festen Parkplatz für seinen Roller.

Bis das die Regel ist, könnte es noch eine Weile dauern. Zwar würden bei Schulneubauten spezielle Bügelhalterungen für die Roller installiert, sagt Pressesprecherin Ursula Oberhuber vom Referat für Bildung und Sport (RBS). Doch bei älteren Schulgebäuden ist das nicht immer so einfach. Der beste Weg in den Augen des RBS: Wenn die Schulleitung "Park-Chaos" mit Tretrollern feststellt, setzt sie sich mit der Immobilienverwaltung des Referats in Verbindung. Oft lasse sich gemeinsam eine individuelle Lösung finden.

Es sieht so aus, als würden die Schüler also erst einmal weiter auf das spätere Leben vorbereitet. Schließlich werden sich die jüngsten Pendler Münchens an den Parkplatzmangel in der Stadt gewöhnen müssen.

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