Hadern:Völkerschauen auf der Wiesn

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Karin Sommer blickt im Guardini 90 auf alte Zeiten zurück

Das Oktoberfest fällt auch heuer aus, bietet also allen, die es vermissen, Grund genug, zurückzuschauen. Wie war es früher? Einen Blick darauf wirft die Kulturwissenschaftlerin Karin Sommer am Freitag, 17. September, in der Reihe "Café Global" im Stadtteilkulturzentrum Guardini 90, Guardinistraße 90. Sie befasst sich in ihrem Vortrag, der um 19 Uhr beginnt, mit den sogenannten Völkerschauen, die einst zu den Attraktionen auf der Wiesn gehörten, heute aber kritisch gesehen werden, weil damals letzten Endes Menschen aus fernen Erdteilen als Kuriosa präsentiert wurden. Menschen aus fremden Kulturen wurden im 19. Jahrhundert im Tiergarten oder im Zirkus präsentiert, was natürlich einerseits den Kenntnisstand der Einheimischen, von denen die wenigsten eine Weltreise gemacht hatten, etwas erhöhte - aber um welchen Preis. Die Menschen, die an diesen Lokalitäten - und auch auf der Wiesn - präsentiert wurden, büßten unter den neugierigen Blicken der Zuschauer ihre Würde ein. Zu sehen bekam das Publikum "echte" Cowboys und die damals noch "Indianer" genannten Ureinwohner Nord- und Südamerikas, außerdem Singhalesen mit ihren Elefanten oder die Kajakkünste der Inuit, damals noch Eskimos genannt, oder afrikanische "Amazonen" aus Dahomey.

Karin Sommer war Anfang der 2000er Jahre Pressesprecherin des Münchner Kulturreferats und organisierte in privater Initiative zusammen mit Stefan Eisenhofer vom Münchner Museum "Fünf Kontinente" 15 Jahre lang, bis 2017, den "Ethnologischen Salon". Von 2004 bis 2018 war sie Leiterin der Villa Waldberta, dem internationalen Künstlerhaus der Stadt München in Feldafing. Eine Anmeldung ist nur unter der E-Mail guardini90@mvhs.de, Nr. N127009 möglich. Der Eintritt zu der Veranstaltung, die in Kooperation mit "Kultur in Hadern" entstand, kostet fünf Euro.

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