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Obergiesing/Fasangarten:Von Frischluft abgeschnitten

Lokalpolitiker gegen Bebauung des Grünzugs Hachinger Tal

"Die Ergebnisse zeigen es sehr deutlich: Der Klimawandel schreitet voran. Die Wärmebelastung in der Stadt steigt. Deshalb müssen wir engagiert im Klimaschutz handeln und uns gleichzeitig bestmöglich auf die Veränderungen vorbereiten." Mit diesen Worten hat Münchens Umweltreferentin Stephanie Jacobs kürzlich das stadtklimatische Gutachten kommentiert, welches der Deutsche Wetterdienst (DWD) für die Landeshauptstadt erstellt hat. Auch die Grünen im Bezirksausschuss (BA) Obergiesing-Fasangarten haben die Aussagen der Wetterexperten aufmerksam verfolgt: "Wir fühlen uns durch das Gutachten des Deutschen Wetterdienstes mehr als bestätigt, dass eine Bebauung des Hachinger Tals auf den Flächen der Finck'schen Gutsverwaltung erhebliche negative Auswirkungen auf die Frischluftzufuhr in weiten Teilen der Stadt hat", sagt ihr Fraktionssprecher, Joachim Lorenz.

Als Konsequenz daraus haben die Grünen nun in der BA-Sitzung am Dienstagabend den Antrag gestellt, dass die Verwaltung die Ergebnisse dieses stadtklimatischen Gutachtens in die vom Stadtrat beschlossene mikroklimatische Bewertung des regionalen Grünzugs Hachinger Tal einbeziehen soll. Um die Bedeutung des Grünzugs für die nächtliche Abkühlung in den Siedlungsgebieten der Stadtbezirke Ramersdorf-Perlach und Obergiesing-Fasangarten zu ermitteln, sollen dabei weitere, vertiefende Temperatur- und Windmessungen in Nord-Süd- und in Ost-West-Richtung vorgenommen werden, die die bereits erfolgten Messungen zwischen Grünwalder Forst und Autobahnanschluss Taufkirchen Ost ergänzen würden.

Wie die Grünen zur Begründung ihres Antrags, den der BA einstimmig beschlossen hat, erklären, habe das DWD-Gutachten nicht nur gezeigt, dass sich die Anzahl der Sommertage in München bis in die zweite Hälfte des Jahrhunderts im ungünstigsten Fall verdoppeln wird. Vielmehr habe es auch nachgewiesen, dass das sogenannte Alpine Pumpen - an bis zu 60 Tagen im Jahr, vornehmlich im Sommer - nachts kühlere Luft bis weit ins Stadtgebiet hineinbringe. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass man die noch unbebauten regionalen Grünzüge frei halte.

© SZ vom 16.07.2020 / gru

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