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H'ugo's Wein-Champagner-Bar:Zum Frühstück in die Weinbar

Die Inneneinrichtung hat der Wirt gleich selbst entworfen: H'ugo's Weinbar ist eine Erweiterung der Schicki-Pizzeria am Promenadeplatz.

(Foto: Stephan Rumpf)

In Ugo Crocamos neuem Lokal können die Gäste im Weinkeller sitzen oder auf die Türme der Frauenkirche schauen. Niedrige Preise gibt es nur auf der Litfaßsäule vor dem Haus.

Eine neue Weinbar am Promenadeplatz, direkt beim H'ugo's - da kommt man sich eigentlich fast ein bisschen nackert vor, wenn man dort nicht mit einer Gucci-Tüte aufkreuzt oder wenigstens einem Regenschirm mit Emblem vom Bayerischen Hof. Denkt man vielleicht erst mal. Denn drinnen wirkt ja wirklich alles sehr edel: dunkle, gedeckte Farben, hie und da Messing und Glas, viel Liebe zum Detail. Eine Treppe hinunter in den Weinkeller mit Lounge, eine hinauf in den ersten Stock mit direktem Blick auf die Türme der Frauenkirche.

Ugo Crocamo, der Wirt des Promi- und Schickilokals H'ugo's im Hof dahinter, war schon lange scharf auf die Räume direkt am Promenadeplatz, sagt er. Dann entschloss sich der Eigentümer Loden Frey Ende vergangenen Jahres, seinen Designermodeshop ins Haupthaus zu verlagern und die gut 230 Quadratmeter Ladenfläche an Crocamo zu vermieten. Der hatte zwar ziemlich viel zu tun; zusammen mit seinem Bruder hat er im vergangenen Jahr das Tambosi nach langer Umbauzeit neu eröffnet und am Starnberger See das Undosa übernommen. Aber diese Chance, mit seinem H'ugo's-Komplex - bis dahin bestehend aus Pizza-Restaurant und Tresor-Club - direkt an den Platz vorzustoßen, wollte er sich nicht entgehen lassen. Nun kann man von der Freischankfläche vor der Bar bis zum Club durchgehen, stolze 2000 Quadratmeter umfasst Ugo Crocamos Reich inzwischen.

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Crocamo hat ein Gespür für die Stelle der Stadt

An die 700 000 Euro hat er in den Umbau gesteckt, immerhin sparte er sich den Innenarchitekten, denn die Ausstattung hat er gleich selbst entworfen. Geht doch. Und man muss sagen: Er hat wirklich ein Gespür dafür, was an dieser Stelle der Stadt gefragt ist.

Jedenfalls mehr als eine ordinäre Weinbar, ist ja klar. Bei Ugo gibt es morgens von acht Uhr an Frühstück, zum Beispiel Rührei auf Schwarzbrot mit Avocado oder einen sehr üppigen Joghurt mit reichlich Früchten. Mittags kann man auf dem Weg zum Gericht oder zum Shopping in den Fünf Höfen mal schnell einkehren auf ein klassisches Pasta-Gericht, das ganz extravagant in der Pfanne serviert wird, einen Fisch vom Grill oder Ossobuco. Vier Vorspeisen stehen immer auf der Karte und jeweils eben so viele Fleisch- und Fischgerichte.

Die Weine kommen aus Italien, Österreich, Deutschland, Frankreich und Spanien. Die Flaschenpreise beginnen bei 20 Euro und gehen bis zu 5000 Euro, sagt Crocamo. Die offenen Weine kosten unter zehn Euro (0,1 Liter) und über zehn für 0,2 Liter (bis hinauf zu 101,90 Euro für 0,2 vom 2013er Solaia von Antinori). Wer sparen muss, weil er gerade Insolvenz angemeldet hat, nimmt halt dann das Helle von Augustiner für 4,20 Euro. Dafür bekommt er dann immerhin 0,3 Liter. Niedrige Preise gibt es hier eigentlich nur in der Aldi-Reklame auf der Litfaßsäule direkt vor dem Haus. Aber Qualität kostet nun mal, und schließlich ist man hier am Promenadenplatz, bei Ugo.

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