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Start-ups in München:Bartpflege, nicht nur für Hipster

Bartöl, zitronig

Bastian Beyer hat ein Bartöl entwickelt, das Schuppen verhindern soll.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

In einer Münchner Küche sitzen zehn Bartträger, sie schnuppern an Reagenzgläsern, zwischendrin machen sie sich Notizen. Die Geburtsstunde von "Beyer´s Oil" vor einem Jahr darf man sich als Geruchstest vorstellen - schließlich sollte ein Bartöl ansprechend duften, findet Bastian Beyer, der eigentlich als selbstständiger Digitalberater tätig ist. Inzwischen sind seine braunen Fläschchen mit dem Konterfei des Firmengründers auf dem Etikett nicht nur in einigen Läden im Glockenbachviertel zu haben, sondern auch in Barber Shops in Düsseldorf, Nürnberg und Karlsruhe.

Das Öl kommt an, obwohl Beyer seine eigenen olfaktorischen Vorlieben letztlich gar nicht durchsetzen konnte. "Ich selbst mag süßliche Düfte wie Ylang Ylang." Seine Freunde jedoch, aber auch die von Beyer befragten Barbiere, waren eher für eine zitronig-frische Note. Herausgekommen ist ein Pflegeöl, das nach Bergamotte, Eisenkraut und Lavendel duftet. Alles Bio, versteht sich, auch wenn Beyer sich ein teures Biosiegel noch nicht leisten möchte.

Ein Phänomen des Zeitgeists pflegen

Alle paar Monate fährt er in ein Kosmetikunternehmen nach Berchtesgaden und mischt seine Öle. Die Basis ist ein Jojobaöl aus Peru. Das befeuchtet die Haut, und soll verhindern, dass der Bart schuppt. Beyer selbst trägt seit zehn Jahren Bart, er pflegt ihn mit Hingabe, föhnt ihn sogar.

Wie weich ein spezielles Öl den Bart macht, merkte Beyer, als er im Herbst 2014 einen Gutschein für einen Barbierbesuch geschenkt bekommt. Während der Elternzeit recherchiert er wochenlang nach Inhaltsstoffen, vom Etikett bis zur Homepage gestaltet er alles selbst, macht sich viel Mühe mit einem Produkt, das ein Phänomen des Zeitgeistes pflegen soll. Angst, dass es bald vorbei sein könnte mit dem Hype um den Bart, hat Beyer aber nicht. "Das wird schon noch ein paar Jahre anhalten", sagt er.