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Freizeit:Wo in München Grillen erlaubt ist

Des Münchners liebste Grillstelle ist ganz eindeutig der Flaucher. Als Getränkekühlschrank dient der Fluß, die Abendsonne wärmt die Kiesbänke.

(Foto: Robert Haas)

Viele Münchner haben keinen eigenen Garten - ein Grillabend wird deshalb gerne an die Isar, die Seen oder in den Park verlegt. Erlaubt ist das nicht überall.

Flaucher

Den Kasten Bier in die Strömung gestellt, die Salatschüsseln auf der Picknickdecke drapiert und den Grill zwischen den Kieseln verankert: Alles bereit für den Feierabend am Flaucher. Der Geruch von brutzelnden Würsten hängt in der Luft, Kinder spritzen sich gegenseitig nass. Einer ist, seinem Sonnenbrand nach zu urteilen, schon viel zu lange hier. Einer hat wieder seinen mediterranen Nudelsalat mitgebracht, von dem sich alle gierig auf den Pappteller schaufeln. Einer schnorrt sich wie immer durch, ein anderer hat einen guten Rotwein dabei, ach, immer nur Bier, der Wein passt genauso gut zum Steak. Die Jugendlichen da vorne spielen ganz gute Musik, da hinten, bei der kubanischen Party, dreht sich ein ganzes Ferkel am Spieß, doch wirklich, schau mal - und wieder hat keiner an Kerzen für später gedacht.

Der Flaucher ist des Münchners liebste Grillstelle, ein sommertrunkenes Ali-Mitgutsch-Wimmelbild, auf dem alle Platz haben. Die, die einen gehobenen Aufwand betreiben und Tapeziertische und Schirme anschleppen und die, die sich auf dem Weg noch fix bei der Tanke eingedeckt haben, die Neumünchner und die hier Geborenen, die Großfamilien, die Tinder-Dates, Kollegen und zusammengewürfelte Freundeskreise, die Krachmacher und Angeber-Brutzler, die stillen Beobachter und die, die dafür sorgen, dass alles rund läuft und Besteck für alle eingepackt haben. Aber der Flaucher ist längst nicht der einzige Ort in der Stadt, an dem die Grills gezückt werden. Was überall gilt: Müll bitte wieder mitnehmen.

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Isar

Auch abseits des Flauchers ist es erlaubt, den Rost aufzubauen. Ganz tabu ist nur die Innenstadt, also zwischen Brudermühlbrücke und Oberföhringer Wehr. Ansonsten gilt: Auf den Kiesbänken, aber nicht auf den Wiesen, darf gegrillt werden. Im Norden gibt es zum Beispiel in der Nähe der St.-Emmerams-Mühle ein paar nette Flecken, und vom Flaucher aus weiter hinunter in den Süden. Wer sich unsicher ist, kann sich auf isar-map.de anzeigen lassen, ob sein aktueller Standort eine ausgewiesene Grillzone ist oder nicht.

Parks

Im Englischen Garten ist das Grillen überall untersagt. Aber die Stadt hat schließlich noch andere Parks zu bieten: Den Westpark zum Beispiel. Im Frühling blühen dort zehntausende Rosen, gleich zwei kleine Seen zieren die Anlage. An einem davon hat sich das hippieske Bauwagen-Café "Gans am Wasser" eingerichtet, das eine gute Anlaufstelle ist, wenn essenzielles vom Grillgut daheim vergessen wurde. Mit seinem Freiluftkino lockt der Westpark im Sommer ohnehin Leute aus der ganzen Stadt an, und hier sind offizielle Grillplätze ausgewiesen, die dankend genutzt werden. Der beliebteste ist wohl der um den See im Westteil, wo zum Teil sogar Steingrills mit Rost darauf warten, in Betrieb genommen zu werden.

Der Ostpark ist eher Anwohnern aus Ramersdorf und Neuperlach ein Begriff, ihr lokales Stückchen Grün mit Bächen und Teichen. Ein Anwohner des Münchner Westens verirrt sich eher nicht hierher, es liegen einfach zu viele Grünflächen und die Isar dazwischen. Doch der Ostpark hat allerhand zu bieten: Im Winter zum Beispiel eine Langlaufloipe und einen Rodelhügel, Schlittschuhläufer umrunden die kleine Insel auf dem See, in dem man allerdings im Sommer leider nicht baden kann. Dafür lässt es sich hier aber gut joggen, Hunde ausführen, und natürlich: Grillen. Und so grillt München-Ost hier gemütlich unter sich, neben dem Skaterpark beim Michaelibad gibt es eine ausgewiesene Fläche, die im Sommer gern genutzt wird.

Fragt der Münchner "gehma in den Hirschgarten?", meint er damit in aller Regel den Biergarten. In erster Linie ist der Hirschgarten aber ein Park, und dort ist, allerdings nur um die Skateanlage (nicht aber in derselbigen), das Grillen erlaubt. Sehr groß ist der Bereich nicht im Vergleich zum Biergarten - was der Unternehmung "zum Grillen in den Hirschgarten gehen" einen fast schon anarchischen Touch verleiht.

Seen

Nicht nur an der Isar lässt sich das Grillvergnügen mit einer Abkühlung zwischendurch vereinbaren - an zahlreichen Seen in der Stadt geht das auch. An der Münchner Dreiseenplatte mit Lerchenauer, Fasanerie- und Feldmochinger See zum Beispiel. Die umgestalteten Baggerseen sind durch Kiesentnahme für Bauarbeiten schon in den Dreißigerjahren entstanden. Auch hier aber gilt: Grillen nur in den ausgewiesenen Zonen. Der Feldmochinger See ist mit 16 Hektar der größte von ihnen, hier ist auch am meisten los. Viel alter Baumbestand an den Ufern spendet Schatten, beliebt ist vor allem die westliche Seite, an der auch das Grillen erlaubt ist. Wer nicht genug Getränke mitgebracht hat, kann an einem kleinen Kiosk Nachschub besorgen, für Sportliche gibt es Volleyballplätze und einen Fitnessparcours.

Von der Innenstadt aus ist der kleinste, der Lerchenauer See beim OEZ, am schnellsten mit dem Radl zu erreichen, einfach durch Schwabing durch und weiter - hier ist Grillen am unteren Ost- und am Südufer erlaubt. Ein riesiges Freizeitangebot gibt es hier nicht, aber was braucht es für einen netten Abend am Grill auch mehr als das Mitgebrachte, eine hübsche Kulisse und vielleicht einen Sprung ins Wasser?

Der Fasaneriesee ist nah an der S-Bahn-Haltestelle Fasanerie und somit auch für alle geeignet, die nicht radeln wollen oder können. An der Süd- und Westseite ist das Grillen erlaubt. Auf großen Wiesen zwischen Schatten spendenden Bäumen gibt es auch hier Volleyballfelder, dazu Tischtennisplatten und Platz zum Kicken oder Federballspielen, um Appetit auf die nächste Steaksemmel zu schüren. Die meisten Ufer sind so flach, dass auch Kinder gut im Wasser planschen können.

Auch der Lußsee und der Langwieder See im Nordwesten sind einen Ausflug mit Grillgepäck wert. Der Lußsee ist beliebt bei Familien, der nahe Birkensee bei Nackerten. Die Grillzone am Südufer des Langwieder Sees bietet viele schattige Plätze, und wer nach dem Essen Bewegungsdrang verspürt, kann sich auf Volleyball- und Fußballplätzen austoben. Viele Jugendliche schätzen diesen Ort an warmen Sommertagen. Bei schönem Wetter pendelt vom S-Bahnhof Lochhausen der MVG-Badebus im 20-Minuten-Takt zum Langwieder See.

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