Apla'funky Griechische Klassiker in raffinierten Varianten

Ein Hauch von Hafentaverne, und doch sehr zeitgemäß: Das Apla'funky im Gärtnerplatzviertel ist ein moderner Grieche mit ambitionierter Küche.

(Foto: Sebastian Gabriel)

Ein bisschen Hafentaverne, ein bisschen modernes Gastro-Erlebnis: Im Apla'funky bekommt man Länderküche abseits der üblichen Konventionen.

Von Felix Mostrich

Was die in Deutschland lebenden Italiener in den von ihnen geführten Gaststätten vor einiger Zeit vorgeführt haben, das machen die Griechen nun mit ähnlichem Ehrgeiz nach. Die jüngeren unter ihnen, die sich der Gastronomie verschrieben haben, versuchen in Lokalen neuen Stils den bislang üblichen kulinarischen Standard anzuheben oder dem veränderten Zeitgeschmack anzupassen.

Ein Musterbeispiel dieses neuen Lokaltyps ist das im vergangenen Herbst vom Sohn eines ehemals sehr beliebten griechischen Wirts eröffnete Restaurant im Gärtnerplatzviertel. Schon sein zweisprachiger Name "Apla'funky" - er setzt sich aus dem griechischen Wort aplá (= einfach) und dem englischen Wort funky zusammen- deutet an, was der junge Wirt bieten will: nämlich einfache griechische Küche, die dann doch ein wenig anders ist als in den Lokalen der Vorgängergeneration. Sie soll sich irgendwie originell abheben vom Durchschnitt, aber auf diese Weise dem griechischen Original an einigen Stellen sogar wieder näher kommen.

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Auf der langen Vorspeisenkarte des Apla'funky gesellen sich zu Bekanntem wie Tsatsiki und Tarama Kreationen wie Kafteri, ein mit scharfem Paprika gewürzter schmackhafter Stampf aus Fetakäse, Manouri-Frischkäse und Olivenöl. Oder Fava Santorinis: ein herzhaftes Püree aus Spalterbsen, das, wenn es als Vorspeise serviert wird, mit Andeutungen von Passionsfrucht und Krokantnüssen delikat abgestimmt wird. Lohnende Varianten international bekannter Speisen sind auch das Rote-Beete-Tsatsiki oder die jeweils frisch frittierten Kartoffelchips, die mit geräucherter Paprika, Spänen von Gravierakäse und Tomatendip höchst appetitlich angerichtet werden (4,70 Euro).

Deutlich höher im Preis, aber immer noch erschwinglich sind ein paar Vorspeisen, die auch als Hauptgerichte gelten könnten: etwa Garides Saganaki, ein Schmorgericht, bei dem große Scampi recht ungewöhnlich mit Tomaten, Paprika, Fetakäse, Kräutern und Ouzo im Ofen gegart und - vielleicht etwas zu modisch - auf Pergamentpapier serviert werden (12,90). Lohnend auch die griechische Variante eines italienischen Klassikers: das zarte Lammcarpaccio, zu dem Rucola, getrocknete Tomaten und Gravierakäse serviert werden.

Käse vom Festland und von den Inseln, aber auch Honig aus verschiedenen Regionen Griechenlands kommen also in der Küche des Apla'funky als Geschmackszutaten immer wieder wirkungsvoll zum Einsatz. In der Vorspeise Flogeres - drei verschiedene Käsesorten werden in Blätterteigrollen gebacken und auf dem Teller mit Rosengeranie, Sesam und Honig garniert - finden die beiden Elemente aufs Glücklichste zusammen (10,90). Auch Hauptspeisen sind immer wieder mit recht ungewöhnlichen, kompliziert zuzubereitenden Beilagen versehen, die der Küche jedenfalls einige Probleme bereiten.

Flüchtigkeitsfehler sind schnell verziehen

So kann es an Abenden, an denen das Lokal bis zum letzten Platz besetzt ist, zu beträchtlichen Wartezeiten kommen. Und es kann durchaus passieren, dass von den Beilagen, die auf dem Teller zum Gericht zusammenkomponiert wurden, die eine oder andere, obwohl makellos zubereitet, nur lauwarm auf den Tisch kommt, also während des Essens rasch erkaltet. Das ist bei rundum gelungenen Kombinationen wie dem Doradenfilet mit Selleriepüree, Löwenzahngemüse und frischem Limettenschaum, besonders zu bedauern, denn jeder Teil für sich hätte bei Idealtemperatur hohes Lob verdient (19,90).

Sieht man von solchen Flüchtigkeitsfehlern in der Küche und vom ohrenbetäubenden Lärm ab, der sich an hektischen Abenden zwischen den eng stehenden Tischen entwickelt, kann man sich in dem mustergültig geführten neuen Lokal durchaus wohl fühlen und die kulinarischen Besonderheiten genießen.

Da der Apla'funky-Wirt in München geboren und quasi in einem erfolgreichen griechischen Lokal in Schwabing aufgewachsen ist, kennt er die Vorlieben der Münchner bestens.

(Foto: Sebastian Gabriel)

Eine der interessantesten Kreationen dürften die Lammfleischscheiben sein, die mit würzig-schwerem Halloumikäse und Karotten gefüllt wurden; sie erweitern das griechische Spektrum der Lammgerichte um eine ganze Dimension (19,90). Deutlich konventioneller, aber immer noch entdeckenswert sind die in einer Sesamkruste gegrillten Kalamari, die mit Salat oder Gemüse und einer Limetten-Olivenöl-Tunke serviert werden (16,80). Den Konventionen am nächsten kommt man im Apla'funky wohl bei den griechischen Klassikern Souflaki und Bifteki, die zwar auch mit kleinen Besonderheiten auf sich aufmerksam machen, aber vor allem durch das gute Material und die sorgfältige Zubereitung überzeugen.

Da der Apla'funky-Wirt in München geboren und quasi in einem erfolgreichen griechischen Lokal in Schwabing aufgewachsen ist, kennt er die Vorlieben der Münchner bestens. Also schenkt er auch Bier vom Fass aus. Bei den offenen Weinen aber konnte er sich auf alte Erfahrungen verlassen. Und bei den Flaschenweinen bietet er einen guten Überblick über die griechischen Landschaften.