Graffiti-Künstler Z-Rok Traumberuf Sprayer

Ist es nicht gesundheitsschädlich seit 25 Jahren die Dämpfe aus den Spraydosen einzuatmen? "Natürlich ist das nicht gesund. Man muss ungedingt eine Maske tragen," erklärt Z-Rok. "Bei mir bemerke ich noch keine Beeinträchtigungen, aber ich kenne Kollegen, die haben ernsthafte Lungenprobleme." Manche aus der New Yorker Sprayer-Szene seien gestorben, angeblich wegen der Gifte.

Wohl ins Rum-Fass gefallen? Ein betrunkener Pirat an der Brudermühlbrücke.

(Foto: Foto: Beate Wild)

Jeder Graffiti-Sprayer verziert seine Werke mit seinem "Tag", einer Art Kürzel. Ein "Tag" ist wie das Autogramm eines Künstlers, sozusagen ein Pseudonym. "Heute weiß jeder, dass ich hinter Z-Rok stecke", lacht Lehnerer. Als er früher noch illegal sprühte, war sein "Tag" nur in der Szene bekannt. "Viele laufen auch durch die Stadt und bringen überall ihren Schriftzug an, damit sie möglichst präsent sind", erklärt er. Das ist sozusagen ein gewünschter Nebeneffekt, denn auch Sprayer haben ihren Stolz.

In seinen illegalen Zeiten ist Lehnerer schon mehrmals von der Polizei erwischt worden und musste Geldstrafen zahlen. "Doch eigentlich bin ich immer mit einem blauen Auge davongekommen", grinst er. Der Sprayer-Nachwuchs in München ist groß, aber seiner Meinung nach sind die Jungen nicht mehr so eifrig bei der Sache. "Es gibt viele Jugendliche, die es mal ausprobieren, aber wenige, die länger dabeibleiben", sagt Lehnerer. "Die meisten machen es so lange, bis sie einmal erwischt werden, dann reicht es ihnen."

Die Münchner Polizei berichtet, dass die Graffiti-Künstler ihre Aktivitäten in der Landeshauptstadt im vergangenen Jahr wieder gesteigert haben. Im Jahr 2007 registrierten sie 11.341 illegale Kunstwerke, das sind 18,9 Prozent mehr als 2006. Der entstandene Schaden komme auf 2,4 Millionen Euro. Mit mehr als 80 Prozent sind die S-Bahnen am stärksten betroffen. Ihr Kunstwerk auf einem Waggon fahren zu sehen, lieben die Sprayer besonders.

Hat er vor, bis zu seiner Rente zu sprayen? Lehnerer lacht. Ja, ohne Graffiti kann er sich sein Leben nicht vorstellen. "Graffiti im weitesten Sinne, auch wenn sie nicht gesprayt, sondern gemalt sind."

Mehr Graffiti-Kunst von Wolfgang Lehnerer unter www.z-rok.de.