TheresienwieseUnbekannte beschimpfen Polizisten mit großen Graffiti als „Mörder“

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Das für mutmaßlich politisch links motivierte Straftaten zuständige Kriminalkommissariat 43 hat die Ermittlungen aufgenommen (Symbolbild).
Das für mutmaßlich politisch links motivierte Straftaten zuständige Kriminalkommissariat 43 hat die Ermittlungen aufgenommen (Symbolbild). Rolf Vennenbernd/dpa

Die polizeifeindlichen Parolen standen auf einer Bude, die für das Oktoberfest aufgebaut worden war. Es ist nicht der erste Fall dieser Art. Der Staatsschutz ermittelt.

Von Martin Bernstein

Unbekannte haben erneut großflächig polizeifeindliche Parolen an eine Wand in München geschmiert. Wie schon vergangenen Freitag an einem Hochhaus in Sendling wurde auch diesmal Polizisten vorgeworfen, „Mörder“ zu sein. „Erschießt euch doch selbst“, war dazu auf dem Graffito an der Außenwand einer Toilettenbude zu lesen, die auf der Theresienwiese für das in knapp drei Monaten beginnende Oktoberfest aufgestellt worden war.

Der oder die bislang unbekannten Täter fertigten die Parolen am Wochenende mit grüner und silberner Farbe auf einer insgesamt 34 Quadratmeter großen Fläche an. Die Polizei schätzt den Sachschaden auf mehrere Hundert Euro. Das für mutmaßlich politisch links motivierte Straftaten zuständige Kriminalkommissariat 43 hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht Zeugen.

Bereits in der Nacht zum Freitag hatten Unbekannten vom Flachdach eines zehnstöckigen Wohnhauses aus im Münchner Stadtteil Sendling eine weithin sichtbare ähnliche beleidigende Parole angebracht. Münchens Polizeipräsident Thomas Hampel erklärte zu dem neuerlichen Vorfall: „Beleidigungen und Schmierereien, die unsere Polizistinnen und Polizisten sogar als ‚Mörder‘ bezeichnen, sind völlig inakzeptabel.“ Die Beamtinnen und Beamten handelten häufig in schwierigen und oft lebensbedrohlichen Situationen, um die Sicherheit zu gewährleisten. Er verurteilte die Aussagen aufs Schärfste.

In diesem Jahr sind bereits zweimal Brandanschläge auf Einrichtungen der Münchner Polizei verübt worden. Völlig offen ist, ob es sich dabei um Täter aus dem linksautonomen Spektrum handelt oder um hybride Kriegsführung gegen kritische Infrastruktur. Die aktuellen polizeifeindlichen Graffiti beziehen sich möglicherweise auf einen Vorfall am 7. Juni. Damals hatte eine 30-jährige Frau an der Theresienwiese Passanten mit einem Messer attackiert – offenbar in einer psychischen Ausnahmesituation. Als sie versuchte, herbeigerufene Polizisten anzugreifen, wurde sie durch Schüsse aus deren Dienstpistolen verletzt. Sie starb anschließend im Krankenhaus.

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