bedeckt München 32°

Gräfelfing:Weg nach oben

Katastrophenschutz-Übung in Gräfelfing, 2017

Überlebenswichtig: Die Gräfelfinger Feuerwehr, hier bei einer Katastrophenschutzübung, ist für den Fall der Fälle auf intaktes Gerät angewiesen.

(Foto: Florian Peljak)

Die Gemeinde gibt der Freiwilligen Feuerwehr einen Zuschuss für eine neue Drehleiter

Eine Drehleiter ist ein essenzielles Arbeitsgerät für eine Feuerwehr, in Gräfelfing wird sie bei gut der Hälfte aller Einsätze benötigt. Das rechtfertigt in den Augen der Mitglieder des Gräfelfinger Hauptausschusses eine Neuanschaffung. Nach fast 23 Jahren in Betrieb soll die alte Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr ersetzt werden. Diese ist nach vielen Betriebsstunden zunehmend reparaturanfällig. Ein Abstützarm ist korrodiert, was eine 10 000 Euro teure Reparatur nötig machte, und auch die anderen Abstützarme müssen nach und nach erneuert werden, schilderte Kommandant Markus Fuchs den Zustand der Leiter in der Ausschusssitzung.

Stürme und Unwetter seien die Haupteinsatzgebiete der Drehleiter. Sie sei erforderlich, wenn Dächer ein- oder abzudecken oder umgestürzte Bäume zu beseitigen seien. Auch bei Wohnungsöffnungen werde sie benötigt. Anstatt eine Tür aufzubrechen, werde versucht, über ein Fenster in eine Wohnung zu gelangen. Nicht zuletzt stelle sie bei einem Brandeinsatz einen wichtigen Fluchtweg dar. Sie sei stets dann unverzichtbar, wenn hoch gelegenen Stockwerke erreicht werden müssten.

Ein neues Gerät habe technische Vorteile. So sei der Rettungskorb inzwischen auf Lasten bis zu 500 Kilogramm ausgelegt - die alte Leiter trage nur 270 Kilogramm. Sie werde häufig zur Unterstützung der Rettungsdienste gebraucht, um Patienten aus einem Haus zu holen, wenn das Treppenhaus zu eng oder ein Patient schlicht zu schwer sei. Ein zusätzliches Gelenk am Korb erlaube eine bessere Ansteuerung.

Mit 900 000 Euro ist die Neuanschaffung veranschlagt. Der Freistaat gewährt 225 000 Euro, auch der Feuerwehrverein wird einen Zuschuss geben, versprach Fuchs. Geliefert werden könnte sie in der zweiten Jahreshälfte 2020. Auf die Frage von Michael Langer (SPD), ob man eine Leiter nicht mit Nachbargemeinden teilen könne, reagierte Kommandant Markus Fuchs ablehnend. Dafür sei sie zu häufig im Einsatz. Um Schnelligkeit bei Einsätzen zu garantieren, sei eine eigene Drehleiter erforderlich.